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Rückbenennung JETZT! Jacques Offenbach in Mahlsdorf

Zur beantragten Rückbenennung der durch die Natioanlsozialisten umbenannten Offenbachstraße, dem heutigen Pfalzgrafenweg in Mahlsdorf, erklärt der Bezirksverordnete Bjoern Tielebein (DIE LINKE):

Zur beantragten Rückbenennung der durch die Natioanlsozialisten umbenannten Offenbachstraße, dem heutigen Pfalzgrafenweg in Mahlsdorf, erklärt der Bezirksverordnete Bjoern Tielebein (DIE LINKE):

Heute Morgen habe ich dem Büro der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf von Berlin gem. der Geschäftsordnung § 20 (6) der BVV einen Antrag des Bündnisses „KEIN VERGESSEN“ zur Rückbenennung der Offenbachstraße, des heutigen Pfalzgrafenwegs in Mahlsdorf, zugesandt.

Damit wird zum ersten Mal nach fast 70 Jahren eine demokratisch gewählte BürgerInnenvertretung über die Beseitigung der antisemitischen Umbenennungen aus dem Jahr 1938 zu entscheiden haben. Der Antrag steht im September 2007 auf der Tagesordnung der BVV.

Seit nunmehr 13 Jahren wird im Bezirk über dieses Thema gestritten. DIE LINKE hat sich immer für eine Rückbenennung aller betroffenen Straßen eingesetzt. Leider jedoch ohne Erfolg. Erst die Initiative des Bündnisses „KEIN VERGESSEN“ (www.kein-vergessen.de)  konnte Bewegung in die festgefahrenen Positionen der anderen demokratischen Parteien in der BVV bringen.

Am 16. Mai 2007 fand anlässlich des 69. Jahrestages der antisemitischen Umbenennungen eine Podiumsdiskussion mit VertreterInnen von SPD, Bündnis90/Die Grünen und der Linksfraktion statt. Alle Anwesenden unterstrichen ihr Interesse die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Eine vollständige Rückbenennung kam für SPD und Bündnis-Grüne jedoch nicht in Betracht. Einzig eine Rückbenennung des Pfalzgrafenwegs konnten sich die VertreterInnen vorstellen, da eine Offenbachstraße nicht (mehr) in Berlin existiert.

Dieses nimmt das Bündnis „KEIN VERGESSEN“ nun zum Anlass, um Jacques Offenbach wieder seinen Platz in Mahlsdorf zurück zu geben.

Seit Anfang 2007 unterstütze ich die Initiative des Bündnisses. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass eine antisemitische Entscheidung aus dem Jahr 1938 nun endlich seine Gültigkeit verliert und die Würdigung der KünstlerInnen wiederhergestellt wird.

In der Antragsbegründung heißt es:

„Am 16. Mai 1938 wurden im damaligen Verwaltungsbezirk Lichtenberg, zu dem auch die Ortsteile Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn gehörten, Straßen, welche nach weltberühmten BürgerInnen jüdischer Herkunft benannt waren, von den Nazis umbenannt. Im Zuge der Judenverfolgung und - vernichtung sollte alles jüdische Leben und die Erinnerung an dieses in allen gesellschaftlichen Bereichen ausgelöscht werden. Die Würdigung jüdischer KünstlerInnen wurde nach dem Willen der Nationalsozialisten getilgt. Was mit dem Judenboykott begann, durch die Nürnberger Gesetzt zur Staatsdoktrin wurde, endete für Millionen Juden Europas in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern. Die Namens- und Gedenklöschung im Jahre 1938 war ein Schritt hin zur fast völligen Vernichtung des europäischen Judentums und ein nicht wieder gutzumachender Frevel am Beitrag bedeutender jüdischer KünstlerInnen für das europäische Kulturerbe.

Wir stellen uns der historischen Verantwortung, die Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und diese würdig aufzuarbeiten. Wir brauchen einen lebendigen Diskurs mit den Menschen in ganz Marzahn-Hellersdorf.

Wir bekennen uns, zu der durch die ursprüngliche Straßennamensgebung ausgesprochenen Würdigung von Menschen jüdischer Herkunft.
Jacques Offenbach ist bis zum heutigen Tag nicht mehr auf einem Berliner Straßenschild zu finden.“