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Familien unter besonderer Belastung

Eltern müssen nach wie vor ihren Beruf oder ihre Ausbildung meistern und haben während der Pandemie im Job teilweise sogar höhere Anforderungen, stehen als systemrelevant unter besonderer Belastung oder aber sind in Kurzarbeit, von Arbeitslosigkeit bedroht oder bereits erwerbslos worden. Hinzu kommt die Betreuung der Kinder und die Ersetzung der Lehrer*innen beim Homeschooling. Die psychischen Belastungen für Eltern sind in dieser Zeit enorm.

Auch die Kinder leiden unter der Situation: Die Kleinsten durften und dürfen Freunde nicht treffen und der Kontakt zu den Großeltern fehlt. Wir vergessen in unserer Erwachsenenwelt oft, wie sehr das Kinder belastet, wie sehr sie uns und unsere volle Aufmerksamkeit und Fürsorge gerade brauchen. Doch diese zu geben, fällt Eltern durch den Alltag ohne Kinderbetreuung und mit der Doppelbelastung zunehmend schwerer. Besonders für Alleinerziehenden ist die aktuelle Situation kaum zu stemmen. In vielen Familien liegen die Nerven blank: Eltern und Kinder sind am Ende ihrer Kräfte. Umso wichtiger ist es, dass wir als Politiker*innen dafür sorgen, diese Belastung in größtmöglichem Umfang zu reduzieren. Das Kinderhilfswerk redet von der verlorenen Generation. Wir müssen alles unternehmen, damit es genau diese nicht wird. Der gemeinsame Antrag von SPD, CDU, LINKEN und Bündnisgrünen Marzahn-Hellersdorf: Ein Ort für Kinder, Jugendliche und Familien – auch nach der Corona-Pandemie stärken ist ein erster Aufschlag dazu.

Da ist es schon erfreulich, dass die Ferienfahrten stattfinden können, die für Kinder in schwierigen Lagen Abwechslung vom Alltag bedeuten. Auch das Jugendamt ist wieder fast vollständig besetzt und kann liegengebliebene Fälle abarbeiten. Unser Dank gilt an dieser Stelle den Kolleg*innen, die zu Hause und im Amt den Betrieb aufrechterhalten haben. Noch können wir die Situation in Bezug auf den Kinderschutz nicht klar einschätzen. Zwar sind die Meldungen vom Umfang her ungefähr gleichgeblieben, aber was tatsächlich in den Familien passiert, die gerade unter enormer Belastung stehen, ist nicht bekannt. Die Familienhilfe muss nun wieder in ein geordnetes Verfahren kommen.

Bis zum Jahresende werden die Kitas ihre Kapazitäten aufgrund der personellen und räumlichen Lage wohl nicht voll ausschöpfen können. An allen Ecken wird versucht, mehr Plätze zu schaffen. Amt und Träger arbeiten hier Hand in Hand. Auch den Mitarbeiter*innen und Trägern der Kitas sprechen wir unseren Dank aus! Sie haben sich Woche für Woche einer neuen Situation stellen müssen. Gut für die Eltern war, dass die Elternbeiträge – etwa für das Essen – erlassen wurden, wenn das Kind einen ganzen Monat nicht anwesend war. Jetzt müssen auch Lösungen für die Eltern gefunden werden, deren Kinder nur in geringem Umfang die Notbetreuung in Anspruch nahmen – und das, ohne die Träger zusätzlich zu belasten. Eine Kulanzregelung seitens der Finanzverwaltung ist dabei anzustreben.

Die Jugendfreizeiteinrichtungen haben in der Krise großes geleistet. Auch ihnen gilt unser Dank. Vielfach wurde etwa auf Onlineangebote umgestellt. Kitas, Jugendfreizeiteinrichtungen und soziale Einrichtungen werden dauerhaft einen Mehraufwand zur Sicherstellung der Hygieneanforderungen haben. Das muss bei deren Finanzierung berücksichtigt werden.

Wir müssen als Bezirksverordnete Familien und Kinder stärker in den Fokus nehmen: Die Präventionsangebote für Familien und Kinder müssen in der aktuellen Situation gestärkt und ausgebaut werden. Das gilt insbesondere für Familienzentren, Projekte zur Väterarbeit, das Netzwerk Alleinerziehende und Frauenprojekte. Familien müssen auch finanziell entlastet werden. Das Corona-Elterngeld wäre eine Möglichkeit die enormen Einkommenseinbußen einiger Eltern abzufedern. In der kommenden Sitzung der BVV werden wir uns der Entlastung von Kindern und Familien intensiver widmen und gemeinsame Anträge auf den Weg bringen!

Sarah Fingarow
Gleichstellungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende