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Frank Beiersdorff

Der Rückgang der Artenvielfalt geht alle an

Neben dem Klimawandel ist die Krise der Biodiversität eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Man sollte dieses Problem angesichts der Debatten um den Klimawandel nicht vernachlässigen, zumal es Wechselwirkungen gibt. Artensterben gabs schon immer? Ja, im Verlaufe der Erdgeschichte gab es fünf Phasen des Massenaussterbens, die jeweils über Millionen von Jahren dauerten, jetzt stecken wir in einer sechsten, diesmal aber durch den Menschen verursachten Phase, verursacht durch die ständig steigende Beanspruchung natürlicher Ressourcen durch die Menschen. Lebensräume werden verändert und zerstört, das Klima global verändert, die Umwelt verschmutzt, exotische Arten über die Erde verteilt, die als Räuber, Konkurrenten oder Krankheitserreger einheimische Arten bedrohen. Die schwerwiegendsten Auswirkungen auf die globale Artenvielfalt hat die Zerstörung der tropischen Regenwälder. Diese bedecken zwar nur etwa sieben Prozent der Erdoberfläche, enthalten aber vermutlich mehr als 50 Prozent aller Arten. Zunehmende Gefahren drohen der Artenvielfalt durch globale Umweltveränderungen wie den Anstieg der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre und die starke Düngung landwirtschaftlicher Flächen.

Verbunden mit dem Rückgang der Artenvielfalt ist die Störung des biologischen und ökologischen Gleichgewichts im lokalen bzw. regionalen, aber auch im globalen Rahmen. Neben dem kulturellen Kollaps unwiederbringlicher Verluste an Geschöpfen der Natur verbreiten sich gesundheitliche Risiken auch für Menschen. Was kann man noch dagegen tun? Einerseits eine radikale Umstellung der Kultur der Nutzung der Natur durch den Menschen, beginnend bei der Ernährung, und andererseits vor allem die Sicherung, den Erhalt bzw. die Schaffung von Flächen, um Biotopverbindungen wiederherzustellen. Das kann und soll man auch konkret vor Ort tun. Immer mehr wird deutlich: Umweltpolitik wird zu einer Querschnittsaufgabe, die jede und jeden betrifft.

FRANK BEIERSDORFF
Umweltpolitischer Sprecher