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Marzahn-Hellersdorfs Geschichte der Sinti und Roma in die Schulen!

Am 15. November 2018 beschloss die Bezirksverordnetenversammlung von Marzahn-Hellersdorf mehrheitlich den Antrag „Marzahn-Hellersdorfs Geschichte in die Schulen“, konkret die Geschichte der Sinti und Roma in Marzahn. Dazu erklärt unsere Sprecherin für Behindertenpolitik und Inklusion Sabine Schwarz:

Noch ganz unter dem Eindruck der auf dem Gelände des Marzahner Friedhofs schon seit vielen Jahren stattfindenden Gedenkfeier für Berliner Sinti und Roma, welche das Leben im von der SS errichteten Zwangsarbeiterlager - dem sogenannten „Rastplatz“ - sowie die Deportation der Sinti und Roma nach Ausschwitz thematisierte, entstand im Juni 2018 ein Antrag an die BVV mit dem Ziel, diesen Teil Marzahner Geschichte mehr ins gegenwärtige Bewusstsein der Menschen, vor allem der Jugendlichen, zu rücken.

Es ging uns, Klaus Jürgen Dahler und mir, als Einreicher*innen darum, zu verstehen, dass dieses Erinnern nicht nur den Verfolgten und Ermordeten gewidmet ist, sondern gleichzeitig Raum für die Auseinandersetzung mit den nach wie vor verbreiteten rassistischen Vorurteilen gegenüber Menschen bietet, die kulturell und sozial von Mehrheitsmächtigen als minderwertig eingestuft werden. Über die gesamte Bandbreite aus allen Schichten der Bevölkerung erfuhren auch die Sinti und Roma unvermittelt Aversion, Deklassierung und schließlich Existenzabsprache. Wie eben die "auszutilgenden Juden oder die zu versklavenden Slaven, die zum Abschaum, zu einer Gegenseite der Herrenmenschen rassistisch stilisiert" waren. (Auszug aus der Rede von Dr. Peter Fischer, dem Gedenkstättenbeauftragten des Zentralrates der Juden am 10. Juni 2018)

Der Antrag wurde in den Ausschüssen diskutiert und lag jetzt den Verordneten zur Beschlussfassung vor. Er fordert das Bezirksamt auf, sich dafür einzusetzen, dass gemeinsam mit der Regionalkonferenz der Fachbereichsleiter GEWI der Oberschulen die richtigen Formen gefunden werden, damit kommunale Geschichte im Unterricht Einzug halten kann. Als Partner ist das Bezirksmuseum genannt, seine Erfahrungen und sein Fundus an Wissen sind zu nutzen. Dem Bezirksamt wird empfohlen, sich dafür zu engagieren, dass:

 1. das Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf sich in der Schulleitungsrunde sowie in der Regionalkonferenz der Fachbereichsleiter GEWI der Oberschulen, die von der Schulaufsicht organisiert wird, mit seiner Geschichte und den aktuellen inhaltlichen Schwerpunkten vorstellt.

 2. Dabei wird die Geschichte der Sinti und Roma in Marzahn, ihr Leben im Zwangsarbeiterlager, ihre Deportation nach Auschwitz und ebenso die Geschichte der Stolpersteine in Kaulsdorf, Mahlsdorf und Biesdorf vorgestellt und besprochen, wie eine Vertiefung des Themas in den Schulen Einzug halten kann.

 3. Das Bezirksamt berichtet in einem Jahr über die Schritte zur Realisierung des Antrages

Die Fraktion DIE LINKE setzt gemeinsam mit den Mitstreiter*innen der anderen demokratischen Parteien ein deutliches Signal für Geschichtsbewusstsein und dafür, sich der daraus erwachsenen Verantwortung zu stellen.

Wir wenden uns offensiv gegen rechtspopulistische und völkisch-nationale Strömungen in der Gesellschaft mit dem Ziel ein Miteinander der Menschen im Bezirk zu erreichen, das geprägt ist von Toleranz, Vielfalt und Respekt am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf. 

Kinderfest am Theaterplatz

Kinderfest und Politikertalk auf dem Theaterplatz in Hellersdorf mitten im Juli, in den Sommerferien. Kinder und ihre Eltern hatten gleichzeitig das Vergnügen, entweder ins kühlende Nass zu hopsen, zu angeln, zu basteln, zu hüpfen, gemeinsam Musik zu machen, große Seifenblasen zu produzieren, sich schminken zu lassen oder mit den Veranstalterinnen und Veranstaltern der LINKEN ins Gespräch zu kommen, wie hier zu sehen mit Petra Pau (Bildmitte).

Sichtlich zufrieden ließen sie es sich gutgehen und brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass ein solches Fest für die Kinder und mit Politikerinnen und Politikern zum Reden und Anfassen keine Eintagsfliege sein mag. An uns soll‘s nicht liegen. Wir planen das mindestens einmal im Jahr in diesem Kiez. Sabine Schwarz