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7. März 2017 Marzahn-Hellersdorf

Erster Thementisch Inklusion im Jahr 2017

Sabine Schwarz, Sprecherin für Behindertenpolitik und Inklusion

Am Montag, den 27. 2. 2017 fand der erste Thementisch Inklusion dieses Jahres zum Thema Menschen 50+ im Bezirk Hellersdorf-Marzahn statt. Dazu erklärt die behindertenpolitische Sprecherin Sabine Schwarz:

Die Koordinierungsstelle für Inklusion setzt damit eine gute Tradition fort und lädt Politik und Bürgerschaft zu interessanten Gesprächsterminen rund um das Thema Inklusion und Menschen mit Behinderungen ein. Den Anfang machte als Referentin Dr. habil pol. Hanna Haupt vom Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e.V. (SFZ) die interessierte Zuhörerschaft mit ausgewählten Ergebnissen der Studie 50+ bekannt und verwies auf aktuelle Anforderungen an Politik.

Die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur im Bezirk finden zu wenig Berücksichtigung in Politik. So muss sich der Wandel in den Familienstrukturen direkt proportional in der Bezirkspolitik widerspiegeln. Die soziale Situation der Menschen, die heute das Rentenalter erreichen, ist mit der vor 20 Jahren nicht mehr vergleichbar. Es gibt eine zunehmende Polarisierung zwischen der wohlsituierten, sozial abgesicherten und der, sich in prekärer gesellschaftlicher Lage (nicht nur finanziell) befindlichen Schicht. Aber auch alleinlebende Menschen, vermehrt auch Männer in höherem Alter, müssen mehr in den Mittelpunkt von Politik und Förderung gerückt werden.

Vor allem im Bereich der Behindertenpolitik vor dem Hintergrund einer älter werdenden Stadt gibt es nach wie vor Defizite. Die Linksfraktion hat schon in den vergangenen Jahren permanent darauf verwiesen und weitere Aktivitäten zum Abbau von Barrieren im öffentlichen Straßenland oder in den öffentlichen Gebäuden gefordert. Dr. Haupt verwies darauf, dass bspw. die Zeichnung der Bordsteinabsenkungen in Marzahn-Hellersdorf völlig unzureichend sein. Sie sprach auch davon, dass die immer stärker steigende Zahl von Menschen mit Hörschädigungen und die Blinden und Sehschwachen nicht ausreichend im Focus von differenzierter bezirklicher Behindertenpolitik stehen.

Einer der wichtigsten Punkte ist aber das nachbarschaftliche Miteinander. Die Vereinsamung schreitet fort, Menschen kennen kaum die nachbarschaftlichen Angebote in ihrem Kiez, die es durchaus gibt.

Noch mal ganz neu müssen Fördermöglichkeiten, Beteiligungsstrukturen überprüft und gedacht werden, um wirklich die Menschen zu erreichen, auf die sie zielen und sie mit denen zu entwickeln, die sie seit Jahren selbstbewusst und vehement einfordern.