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19. August 2016 Marzahn-Hellersdorf

Kein Freibad für Marzahn-Hellersdorf in Sicht?

Klaus-Jürgen Dahler, Bezirksverordneter

In einer der letzten Sitzungen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte sich die BVV erneut einstimmig für die Schaffung eines Freibades im Bezirk ausgesprochen. Der Wunsch nach einem Freibad ist besonders in den Sommermonaten groß. Bei den Vorschlägen zum Bürgerhaushalt 2016 nahm dieser Wunsch auch folglich den ersten Platz bei den stadtteilübergreifenden Vorschlägen ein.

Nachdem DIE LINKE Marzahn-Hellersdorf vor fünf Jahren diese Forderung im Wahlkampf untersetzte, nahmen sich auch SPD, CDU und Grüne dieser Forderung an. Die genannten Parteien wollten der Forderung der LINKEN entsprechen, und es sollte in dieser Wahlperiode ein Freibad für den Bezirk geschaffen werden. Das führte in dieser Wahlperiode immer, wenn es konkret wurde, zu manchen Überraschungen. So verkündete Bezirksbürgermeister Komoß, dass im Rahmen der Veränderungen der Struktur des Tierparks Berlin ein Kombibad für die Marzahn-Hellersdorfer und Lichtenberger Bürgerinnen und Bürger errichtet würde. Nachdem die Abgeordnete der LINKEN Dr. Gabriele Hiller bei den Berliner Wasserbetrieben im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses nachfragte, kam heraus, dass ein solcher Plan schon im Ansatz gescheitert war. Die Berliner Bäderbetriebe hatten nie vor ein solches Bad zu bauen.

Ein Beschlussentwurf der SPD in der BVV zu einem Kombibad wurde ohne große Diskussionen, nachdem er mehrere Monate in den Ausschüssen lag, zurückgezogen. DIE LINKE hatte den Mahlsdorfer Elsensee als künftiges Freibad favorisiert und als Alternative den Ausbau des Kinderbades „Platsch“ ins Spiel gebracht. Aber immer, wenn es konkret wurde, verabschiedeten sich SPD, CDU und Grüne von solchen Plänen. Und so ist es auch im Land Berlin. Von den 18 gegenwärtig geöffneten Freibädern in Berlin liegen lediglich drei im Osten der Stadt. In unserem Bezirk bleibt hier lediglich das Kinderbad „Platsch“ in der Max-Herrmann-Straße am Bürgerpark. Es hat von 10 -18:30 Uhr mit Kinderbecken und Wassergrotte mit Wasserfall vor allem für die Kinder geöffnet.

Wer nicht ins Umland fahren will oder kann, dem bleibt das Baden im Trinkwasser- und Landschaftsschutzgebiet Habermannsee, im Butzer See in Mahlsdorf/Kaulsdorf oder im Biesdorfer Baggersee. Hier existiert zwar kein öffentliches Freibad, aber schon seit vielen Jahrzehnten werden die in den 1930er Jahren errichteten „Kiesgruben“ als Badeseen genutzt. Die Straßen und Wege sind rund um die Seen zugeparkt und führen zu Belästigungen der Anwohnerinnen und Anwohner.

Im „Bäderkonzept 2025“ des Landes Berlin ist für die über 250.000 Bürger des Bezirks kein Freibad geplant. Deshalb wird es Zeit, dass sich was dreht und der Bürgerwille auch bei uns umgesetzt wird. Daran ändert auch nichts, dass zeitweilig Rechtspopulisten das Thema besetzen wollten. Das ist gemeinsam von den demokratischen Parteien in der BVV durch kluge Beschlussfassungen abgewendet worden.

Klaus-Jürgen Dahler
Bezirksverordneter