DIE LINKE. Marzahn-Hellersdorf


29. Juli 2015 Marzahn-Hellersdorf

Linksrum durch den Kiez spaziert mit Gabriele Hiller

Ziel unseres Stadtspaziergangs war es, in der Hellersdorfer Promenade zu erkunden, welche Ferienangebote im Bezirk Marzahn-Hellersdorf für Kinder bereitstehen, wie sie sie nutzen und welche Erwartungen Kinder und Eltern zusätzlich haben. Mit dabei waren Stadträtin Julia Witt und der Fraktionsvorsitzende der Linken-BVV-Fraktion Bjoern Tielebein.

Unser Ausgangspunkt, das „Bunte Haus“ vom Träger Roter Baum, macht vor allem Angebote für jüngere Kinder. Und die waren auch gleich morgens da. Bei Obst und Süßigkeiten erzählten sie bereitwillig von ihren Ferien: lange schlafen, spielen, toben, zu Katrin gehen. Katrin Rother ist die Chefin im Bunten Haus, sie kennt die meisten Kinder mit Namen. Weiß, dass sie in den Ferien kaum aus Hellersdorf weg kommen, höchstens vielleicht mal am Wochenende zu Oma und Opa fahren. Baden war Katrin bisher einmal mit den Kindern – am Müggelsee. Aber dahin zu kommen ist beschwerlich, kostet Fahrgeld und dauert über eine Stunde. Es wird also die Ausnahme bleiben. Aber auch das Bunte Haus bietet Abwechslung: basteln, skaten, rollern, Tiere besuchen. Wir bedanken uns für ihr großartiges Engagement.

In der „Hellen Oase“ schauen wir uns an, was der Verein „Kids und Co.“ mit Bürgerinnen und Bürgern für eine hübsche Parkanlage angelegt hat. Hochbeete, Obstbäume(zwei Birnenbäume habe ich gespendet, sie sind gut gewachsen!), ein Spielplatz, ein Kleinfeld für Fußball und Hängematten laden zum Erholen ein. Toll, was in knapp drei Jahren gemeinsam entwickelt wurde. Auch eine Telefonzelle, in der Bücher getauscht und abgegeben werden können, lädt zum Lesen ein. Ich fülle den Bestand ein wenig auf und freue mich, dass das Projekt gut beim Verein aufgehoben ist und betreut wird.

Weiter geht’s zum Büro des Quartiersmanagement. Wir erfahren, dass die Neugestaltung der Promenade begonnen hat und die Bürgerinnen und Bürger über die Baumaßnahmen informiert wurden. Das ist neu für dieses Wohngebiet, in dem seit 25 Jahren faktisch nichts saniert wurde. Zeit wird es also. Aber natürlich gibt es Ängste, ob die zu erwartenden Mieterhöhungen von allen geleistet werden können. Ob die Grünanlagen wirklich so radikal verändert werden müssen, wie vom Vermieter dargestellt, bezweifeln die Anwohnerinnen und Anwohner. Ich werde da mal nachfragen.

Wir müssen weiter, Britta und ihre Kolleginnen im Hella-Mädchentreff warten. Hier ist immer „volle Hütte“. Das Haus bietet viele Angebote ausschließlich für Mädchen, junge Frauen, junge Mütter. Was uns besonders beeindruckt ist die offene und umsichtige Art und Weise, mit der die Probleme der Mädchen behandelt werden. Hier arbeitet ein junges, kreatives Team, das sich aller Themen annimmt und für viele Mädchen Partner auch in schwierigen Situationen sein kann. Der Hella-Club ist der einzige dieser Art im Bezirk, und er erfüllt die Erwartungen über alle Maßen.

Letzte Station ist der AC Berlin, der zweitgrößte Sportverein des Bezirks, im Vereinshaus am Wuhletal-Stadion. Auch in diesem Jahr organisiert der Verein wieder ein Trainingslager im brandenburgischen Kallinchen für über 60 Kinder und Jugendliche. Leichtathleten aller Könnensstufen, vom Anfänger bis zum deutschen Meister. Vierzehn Tage lang wird das Camp von Ehrenamtlichen betreut, die dafür ihren Urlaub nehmen, auf Entgelt verzichten und sogar selber kochen. Wir sind beeindruckt von dem, was uns Lutz Kramer, Sandra und Alex vorstellen.

Fazit: Es gibt in Hellersdorf viele engagierte Leute, die sich bemühen, den Kindern eine tolle Ferienzeit zu bereiten. Projekte, die „in der Stadt“ Bedeutung haben, wie zum Beispiel der Superferienpass, sind zwar bekannt, werden aber wenig in Anspruch genommen. Was nutzt auch ein kostenloser Aufenthalt im Bad, wenn kein Freibad in der Nähe ist. Und angesichts der sozialen Situation in vielen Elternhäusern ist auch der Kauf von Fahrkarten oft unerschwinglich. Unsere Forderung nach einem Freibad in räumlicher Nähe findet daher – wie wir erwartet hatten – bei allen, Kindern wie Erwachsenen, regen Zuspruch. Es war ein anregender Tag, informativ auch für mich und auch ein wenig nachdenklich machend: Würdigt unsere Gesellschaft das Engagement der „Ferienarbeiterinnen und Ferienarbeiter“ eigentlich genügend? Ich werde wieder nachfragen.

 

 

Quelle: http://www.dielinke-marzahn-hellersdorf.de/politik/meldungen/detail/artikel/linksrum-durch-den-kiez-spaziert-mit-gabriele-hiller/