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12. Januar 2016 Marzahn-Hellersdorf

Druck von Links wirkt: Achard-Schule wird saniert!

Ende vergangener Woche überschlugen sich die Meldungen zur Achard-Grundschule in Kaulsdorf. Nachdem ein neues Statikgutachten, nach welchem die Nutzung des Gebäudes mit nur geringem baulichen Aufwand wieder möglich ist, die Runde machte, verkündete der Bezirksbürgermeister und Schulstadtrat Komoß (SPD) im Schulausschuss, dass der Abriss vom Tisch sei. Noch bis vor kurzem stellte er den Abriss als alternativlos dar. So heißt es in einer Vorlage des Bezirksamtes: "Die Variante "Abriss Bestandsgebäude und MEB-Neubau" ist im Ergebnis die einzige Variante, die in vertretbaren Zeiträumen realisierbar ist. Alle anderen Varianten benötigen mindestens sechs Jahre Zeit." Entgegen der Darstellung des Bezirksbürgermeisters, wäre ein Modularer Ergänzungsbau (MEB), der an Stelle des alten Schulgebäudes entstehen sollte, nie genehmigt worden.

Neben dem neuen Gutachten war es vor allem der öffentliche Druck durch die Eltern mit ihrer Bürgerinitiative "Sei keine Birne", durch den Heimatverein Marzahn-Hellersdorf und durch die Linksfraktion - auf Bezirks- und Landesebene - und die Fraktion der Piraten in der BVV Marzahn-Hellersorf, der den Bezirksbürgermeister zum Umdenken zwang. Über 5.000 Bürgerinnen und Bürger hatten mit ihrer Unterschrift einen Einwohnerantrag der Bürgerinitiative unterstützt. Der Heimatverein hatte bei der Unterschriftensammlung geholfen. Dessen Vorsitzender Wolfgang Brauer (MdA, DIE LINKE) übergab bei einer Ortsbegehung der Schule am vergangenen Dienstag die Unterschriftenlisten symbolisch an Bezirksstadtrat Richter (SPD) und anschließend an das BVV-Büro.

Bereits im November hatte die Linksfraktion einen Antrag in der BVV für eine Übergangslösung zur Beschulung am Standort der Achard-Schule eingebracht. Dieser wurde von SPD, CDU und Bündnisgrünen abgelehnt. In der BVV-Sitzung im Dezember machten wir uns gemeinsam mit der Fraktion der Piratenpartei in einen Antrag gegen den Abriss der Schule stark.

Mittlerweile äußerte sich Komoß gegenüber der Presse, dass der Abriss endgültig vom Tisch sei und die Schule bis zu den Sommerferien baulich soweit wieder hergestellt sein soll, dass dort der Unterricht im neuen Schuljahr wieder fortgeführt werden kann. Ende 2019 bzw. Anfang 2020 soll dann die Komplettsanierung beginnen. Zusätzlich soll aufgrund steigender Schüler*innenzahl ein Modularer Ergänzungsbau (MEB) entstehen.

Der politische Skandal um die Achard-Schule ist nicht nur die vorschnell getroffenen Entscheidung die Schule einfach abzureißen, sondern dass der Bezirksbürgermeiste diese Entscheidung alleine traf. Die Ausschreibung für den Abriss der Schule muss jetzt wieder gestoppt werden, was zu Entschädigungszahlungen seitens des Bezirksamtes führen kann. 

Weitere Infos auf unserer Themenseite Schule und Bildung.