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22. Juli 2015 Marzahn-Hellersdorf

Linksrum durch den Kiez spaziert mit Regina Kittler

Etwa vierzig Neugierige erwarteten am 22. Juli pünktlich um halb Zehn an der Uhr des Helene-Weigel-Platzes ihre linke Wahlkreis-Abgeordnete. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht:

Zunächst informierte Regina Kittler kurz über Geschichte und Gegenwart des Platzes und versäumte es dabei nicht, einen Neubürger Marzahns gesondert zu begrüßen, der bei dieser Gelegenheit erste Kontakte und Informationen zur neuen Heimat suchte. Auch ein Team des Fernsehsenders „tv.berlin“ schaute zu, um in der 20-Uhr-Sendung vom Ereignis zu berichten.

Nächste Station war die Freiwilligen-Agentur Marzahn-Hellersdorf am Helene-Weigel-Platz 6. Herr Dr. Jochen Gollbach, Leiter dieser Einrichtung, informierte zur Arbeitsweise und beantwortete Fragen. Dabei entspann sich ein interessantes Gespräch mit den Teilnehmenden des Spazierganges, insbesondere zu Möglichkeiten, älteren Alleinstehenden im Alltag Hilfe und Unterstützung anzubieten. Auch wie wir in Marzahn mit Geflüchteten solidarisch sein können, war ein Thema.

Der anschließende Spaziergang durch einen Teil des Springpfuhlparks bis hin zu den Parkakaden zeugte vom herrlich grünen Marzahn, aber auch vom Niedergang einer ehemals hoffnungsvollen Einkaufspassage, die seit dem Aus eines Discounters verödet.

Kaum erfreulicher waren die Gespräche am einstigen Kino „Sojus“. Christian Schwinge, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf, schilderte die verfahrene Lage um Eigentümer und Perspektive des traditionsreichen Hauses. Die LINKE versucht – ganz wie die übergroße Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner – das Haus als kulturelles Objekt zu retten, zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Aber längst lauern die Abriss-Bagger unter CDU-Baustadtrat Christian Gräff, die abreißen wollen, was über Jahrzehnte zur Identifikation der Bewohner mit ihrem Stadtbezirk maßgeblich beitrug. Sollen hier peu à peu alle architektonischen Besonderheiten ähnlich dem einstigen Gebäude der „Galerie M“ aus Marzahn getilgt werden?

Ein schöner Höhepunkt des Spaziergangs wurde der Rundblick vom Dach des Hochhauses Helene-Weigel-Platz 14. Nicht nur der Kameramann von tvb war kaum noch zu bremsen – auch alle Spaziergängerinnen und Spaziergänger erfreuten sich am weiten Blick über unser schönes Marzahn und weit darüber hinaus. Und gerade aus der Vogelperspektive wird sichtbar, wie beneidenswert durchgrünt und aufgelockert unser zuweilen als „Platte“ verschriener Stadtbezirk doch ist.

Am Sana-Gesundheitszentrum Helene-Weigel-Platz 10 erwartete uns schon die Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und Gesundheits-Stadträtin Dagmar Pohle (DIE LINKE), die vor allem auf Fragen der ärztlichen Versorgung im Kiez einging. Als Erfolg verbucht sie auch die Einrichtung einer Beratungs- und Betreuungsstelle für Wohnungslose.

Abschließend lud Regina Kittler in ihr Abgeordnetenbüro Helene-Weigel-Platz 7 zu von ihr selbst zubereitetem Kartoffelsalat und Würstchen ein. Einhellig lobten die Anwesenden den sinnvollen Vormittag und das Engagement ihrer Abgeordneten für ein lebenswertes Marzahn. Ein Amateurfilmchen mit Bildern auch aus Marzahn von 1983 rundete den Kiezspaziergang ab und machte neugierig auf eine schon geplante Fortsetzung.

Peter Kolbe

Bericht von tv.berlin: "Nahaufnahme - einsatz für den Helene-Weigel-Platz"