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7. September 2014 Marzahn-Hellersdorf

"Schöner leben ohne Nazis am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf"

(v.l.n.r.) Manuela Schmidt, Knut Mildner-Spindler, Regina Kittler, Juliane Witt

Das Plakat zeigte in diesem Jahr einen Elefanten (russ. SLON)- warum wohl?

Nun, Jede, Jeder kann sich was denken. Ich meine, dass er stark ist, so wie die vielen Engagierten und Besucher des diesjährigen Festes „Schöner Leben ohne Nazis“ auf dem Alice-Salomon-Platz – stark, unerbittlich und konsequent gegen Nazis, gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie, gegen Rückwärzgewandte. Mit gefällt das Bild, dass er Platz schafft für frischen Wind, für gemeinsame Aktionen zu einem bunten Bezirk Marzahn-Hellersdorf, zu denen sich Viele über alle Glaubensbekenntnisse und Parteigrenzen hinweg bekennen.

In diesem Jahr wurde mit dem Fest „Schöner Leben ohne Nazis“ der Auftakt zu den Interkulturellen Tagen gegeben, die die Idee eines toleranten weltoffenen Bezirks mit dem Motto „Gemeinsamkeiten finden. Unterschiede feiern“ komplettieren.

Es war buntes Fest, das am Sonntagnachmittag nicht wenige aus ihren Häusern in die Helle Mitte auf den Alice-Salomon-Platz lockte. Es gab Leckeres zu essen und zu trinken, viele Beschäftigungsangebote für Kinder und Jugendliche, ein buntes Bühnenprogramm und viele Stände, zu denen u.a. Freie Träger des Bezirkes, die Stadtteilzentren, der Integrationsbeirat der BVV, die Alice-Salomon-Hochschule, die demokratischen Parteien einluden, um miteinander ins Gespräch zu kommen oder sich Info-Material mit zu nehmen. Aber auch die vielen Mitmach-Angebote regten an, stehen zu bleiben.

Beeindruckend auch das laute und deutliche Bekenntnis junger Leute für eine verständnisvolles Miteinander gegen jegliche Ausgrenzung und Gewalt, wie bspw. der Vertrauensschüler der Konrad-Wachsmann Schule, die sich schon mehrere Jahre ganz bewusst diesen Tag freihalten, um sich an dem Fest zu beteiligen.

Wie in jedem Jahr hatte der Tag auch seine nachdenklichen Momente, die Menschen innehalten ließen- unübersehbar die Stolpersteine, die an die verschleppten und ermordeten jüdischen Mitbürger des Bezirkes erinnern. Die Texte gegen das Vergessen befassten sich diesmal aktuell mit den Gründen und Folgen von Kriegen, ob vergangenen oder gegenwärtigen, mit dem unendlichen Leid, das sie noch immer über so viele Menschen überall auf der Welt bringen. Auch das war ein Bekenntnis - gegen Gewalt und Krieg, gegen jegliche Geschäfte mit todbringenden Waffen, an denen sich auch die Bundesregierung beteiligt.

Selbst der Regenguss am Ende des Tages tat dem gelungenen Fest keinen Abbruch. Unsere Idee von vor 6 Jahren, als wir das erste Fest „Schöner Leben ohne Nazis“ an diesem Ort feierten wird Tradition. Die Veranstaltung bleibt auch ein wichtiges Zeichen und Bekenntnis zu unserem Bezirk als einen Ort der Vielfalt. Es zeigt das andere Gesicht, das bunt ist und offenherzig Fremde einlädt und das neugierig ist auf Anderes.

Sabine Schwarz

Stellv. Vorsitzende LINKE M-H