Zurück zur Startseite
6. August 2014 Marzahn-Hellersdorf

Stolpersteinverlegung in Kaulsdorf

Emilie und Emil Roth (Foto von 1941 aus dem Besitz von Jane Hirsch, Nichte von Emilie Roth)

Am 6. August 2014 fand die Stolpersteinverlegung für Emilie und Emil Roth in der Hannsdorfer Str. 8 in Kaulsdorf statt. Um die 100 Bürgerinnen und Bürger nahmen am Gedenken teil. Initiatorin der Verlegung war die Kaulsdorferin Barbara Töpfer. Zusammen mit Frau Ifland vom Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf forschte sie zur Geschichte ihrer ihr noch aus der Kindheit bekannten ehemaligen jüdischen Nachbarn. Unterstützt wurde sie dabei von Bernd-Rüdiger Lehmann, Genosse und Mitglied des Vorstandes des DGB-Kreisverbandes Ost. Lehmann hatte auch während der letzten Sitzung der BVV Spenden für die Stolpersteinverlegung gesammelt. Zum Gedenken an die Eheleute Roth hielten neben Lehmann auch Frau Töpfer, Frau Walter vom Frauentreff Hellma und Herr Klee vom Gemeindekirchenrat der evangelischen Gemeinde Kaulsdorf kurze Reden. 

Die Familie Roth lebte seit 1929 in der Bülowstraße 3, der heutigen Hannsdorfer Str. 8. Emil war Diplom-Bauingenieur und Beamter, wurde aber mit dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem Staatsdienst entlassen. Ab 1939 war er Zwangsarbeiter in den Daimler-Benz Werken in Marienfelde und wurde zusammen mit seiner Frau mit dem 14. Osttransport am 2. Juni 1942 vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald nach Lublin deportiert. Ab hier verliert sich ihre Spur. 

Von den 10 Bewohnern, die ab 1939 im Haus der Roths zur Untermiete lebten, konnten sich nur drei vor der Deportation durch die Nazis retten und über Spanien nach Kuba und später dann in die USA auswandern.