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2. Dezember 2013 Marzahn-Hellersdorf

Stolpersteinverlegung in der Leopoldstraße 32 in Kausldorf

Genossinnen und Genossen der LINKEN Marzahn-Hellersdorf, der Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung und Gabriele Hiller, Abgeordnete und Mitglied der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin, nahmen mit Freunden und Gleichgesinnten an der bewegenden kleinen Gedenkstunde teil. Organisiert durch die engagierten Frauen des Frauentreffs HellMa wurde am 30.11.2013 ein Stolperstein für Elise Block verlegt, die im September 1942 im Alter von 75 Jahren in das Ghetto Theresienstadt deportiert worde war, wo sie wenige Tage nach der Ankunft verstarb. Sie war ein Opfer der zwei ersten „Altentransporten“, die die Nazis in den Tod schickten, nicht ohne sich vorher des Vermögens der jüdischen Mitmenschen zu versichern. Auch Elise Block, inzwischen Mutter zweier Söhne, die schon nach Südamerika ausgewandert waren, musste noch am 1. September eine Vermögenserklärung ausfüllen, die den deutschen Staat ermächtigte, ihr persönliches Vermögen einzuziehen. Für eine Ausreise zu ihren Söhnen erhielt sie keine Erlaubnis mehr, sondern wurde stattdessen nach Theresienstadt deportiert.
Irmgard Gilbert, die Leiterin von HellMa erinnerte an das Schicksal der vielen Menschen, die als "Juden" den Fängen der grausamen Vollstrecker der sogenannten „Endlösung der Judenfrage“ zum Opfer fielen. Sie warnte eindringlich: „Vergangenheit ist nicht vergangen, sondern wirkt bis in die Gegenwart, bis ins Heute auch hier in unserem Bezirk, sowie Menschenverachtung und Rassismus, wenn wir uns dem nicht entgegen stellen.“ Insofern ist dieser Stolperstein einer der inzwischen vielen kleinen Orte, die die Spaziergänger innehalten lassen und es nicht zulassen, dass Menschenschicksale, wie das von Elise Bloch vergessen werden.

Sabine Schwarz