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21. April 2013 Marzahn-Hellersdorf

Der 8. Mai muss Gedenk- und Feiertag werden

Im April des Jahres 1945 erreichten die ersten Sowjetsoldaten nach unvorstellbaren Qualen den Rand von Berlin. Der Frühling war im doppelten Sinne das Zeichen des Neuanfangs!

Nach 68 Jahren ist es angesichts der NSU-Mordserie und der Tatsache, dass es eine zunehmende Verflechtung von NPD und rechtsextremistischen Organisationen im Land gibt, wichtiger denn je, die langjährige Tradition am Haus in der Landsberger Allee 563 aufrecht zuerhalten. Piratenpartei, SPD und Bündnis 90/ Die Grünen waren der Einladung der LINKEN gefolgt, ebenso wie Pfarrer Ernst-Gottfried Buntrock vom Ökumenischen Forum Marzahn e.V. Dieser machte in sehr persönlichen Worten deutlich, zu welchen Grausamkeiten Krieg die menschliche Seele pervertieren lässt. Alle Rednerinnen und Redner waren sich darin einig, dass nie wieder Krieg sein und rechtsextremistisches Gedankengut keine Chance bekommen darf.

Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau, erinnerte daran, dass sowjetische und polnische Soldaten nahezu um jedes Haus, um jede Straße erbittert kämpften. Hunderttausende auf beiden Seiten kamen noch in den letzten Kriegstagen ums Leben. 40 Jahre, so Petra Pau, dauerte es, bis ein CDU-Politiker von Befreiung sprach.

Um so bedauerlicher, dass die CDU diesem Gedenken fernbleibt. Sie schloss ihre Worte mit einem Zitat des Historikers und Mitglieds des Rates der Alten der LINKEN, Stefan Doernberg, der 2010 verstorben war, aus dessen letztem Interview, "der 8. Mai 1945 ist die wichtigste Zäsur des 20. Jahrhunderts, vielleicht nicht nur des 20. Jahrhunderts. Mit diesem Tag wurde die Frage entschieden: Gibt es weiter eine menschliche Zivilisation auf der Erde, oder gibt es sie nicht. Hätte der deutsche Faschismus in diesem Krieg gesiegt - die Möglichkeit darf man nicht völlig ausschließen -, würde es heute keine Zivilisation mehr geben."

Es ist längst überfällig, dass der 8. Mai in Deutschland zum Gedenk- und Feiertag erhoben wird.

Sabine Behrens