Zurück zur Startseite
24. Januar 2012 Marzahn-Hellersdorf

Tageszeitung Neues Deutschland: Emsig für die Jugend

Grundsteinlegung für einen neuen Kindergarten, Foto: Klaus Teßmann

Neue Bezirksstadträtin in Marzahn-Hellersdorf startet mit Herz und Ideen

Von Klaus Teßmann

In der Öffentlichkeit werden Politiker nach ihren Erfolgen oder auch Misserfolgen aus den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit beurteilt. Wenn diese Regel stimmt, hat die neue Kommunalpolitikerin Juliane Witt (LINKE) im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf einen großartigen Start hingelegt. Zu ihren ersten Amtshandlungen gehörten die Einweihung und gleich darauf die Grundsteinlegung für einen Kindergarten.

Sie kann Geschichten erzählen, die Leute begeistern und hört gut zu - keine schlechte Eigenschaft für jemanden, der auch schwierige Nachrichten überbringen muss. Schließlich wird der aktuelle Haushalt der Koalition für die Berliner Bezirke harte Einschnitte bringen. Weniger Geld ist jetzt das allerschlechteste Signal. Nach den Jahren des Geburtenrückgangs geht es wieder voran im Bezirk, Kinder werden geboren, Kindertagesstätten gebraucht.

Seit Ende Oktober ist Juliane Witt für das Jugendamt und das Amt Kultur und Weiterbildung zuständig. Nach zehn Jahren Jugendarbeit direkt mit Jugendlichen vor Ort und auch als Vorsitzende des Landesverbandes für Abenteuerspielplätze und Kinderbauernhöfe war sie ab 2000 Referentin beim Staatssekretär für Jugend in der Senatsverwaltung. Viele Menschen kennen sie allerdings durch ihre Arbeit als Leiterin des Büros vom ehemaligen Wirtschaftssenator Harald Wolf (LINKE) und durch ihr Engagement für Kulturwirtschaft, Frauen und Netzpolitik.

Mit der Wahl in ihre neue Funktion als Bezirksstadträtin nimmt Juliane Witt wieder »biografische Fäden« auf. Schon während der Studienzeit in Leipzig hatte sie sich mit anderen Studenten engagiert und über die Grenzen des Faches hinaus Themen bewegt. Kultur und Technik - genau diese Mischung war auch damals ihr Schwerpunkt, zu dem sie Konferenzen organisierte. An der heutigen Technischen Universität Ilmenau konnte sie diesen Faden, vor allem auch die Arbeiten mit jungen Menschen, weiter entwickeln. Diesem Ansatz, Menschen zu vernetzen und zu ermutigen, ist die gebürtige Dresdnerin immer treu geblieben.

Dass sie in den vergangenen zehn Jahren Erfahrungen in der Berliner Verwaltung sammeln konnte, ist auf jeden Fall ein Vorteil. Sie weiß, wie die Verwaltung tickt und hat großen Respekt vor der alltäglichen Arbeit der engagierten Kollegen. Aber sie weiß auch, wie wichtig der neue, andere Blick ist, wenn man sich nicht mit Stillstand und Stagnation zufriedengibt. Sie hat in allen Bereichen Mitarbeiter vorgefunden, die sich nach den ersten beiden Workshoptagen mit der »Neuen« nun auch motiviert fühlen und selbst Ideen einbringen. Das ist nicht nur Bestätigung für sie, sondern auch ein großer Vertrauensvorschuss. »Ich habe in den ersten Wochen auch bewiesen, dass ich nicht mehr verlange, als ich selbst vorlebe.«

In der Kulturpolitik ist sie sowohl für das Freizeitforum Marzahn als auch für das Schloss Biesdorf zuständig. Es geht ihr um ein solides Kulturangebot im Bezirk. Es müssen neue Ideen entwickelt werden, um neue Nutzer in die Einrichtungen zu ziehen. Die Stadträtin denkt an die Perspektive: »Ich stelle mir vor, dass wir 2015 im Schloss Biesdorf eine Galerie haben werden, in der endlich die Bilder großer DDR Künstler einen passenden Rahmen finden werden.«

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit sieht die erfahrene Kommunikationsfachfrau den Austausch mit den Mitarbeitern und den Nutzern der Einrichtungen im Bezirk. Über die Internetplattform Facebook kann man mit der Stadträtin ins Gespräch kommen und in ihrer Internetzeitung »Die guten Nachrichten« berichtet sie regelmäßig über aktuelle Termine und Ereignisse im Bezirk.

www.die-guten-nachrichten-aus-berlin.de