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26. März 2010 Marzahn-Hellersdorf

Der 11. Stolperstein in Marzahn-Hellersdorf erinnert an Jenny Cohn

Künstler Gunter Demnig bei der Einweihung des Stolpersteins in Gedenken an Jenny Cohn

Sie sind 10 x 10 cm große aus Beton gegossene Steine mit eingelassener Messingtafel, in die eingraviert wird „Hier wohnte“, Namen, Jahrgang und Stichworte zum Schicksal eines einzelnen Menschen. Das Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf fungiert als Koordinator und Unterstützer bei historischen Recherchen.

Schülerinnen und Schüler des Otto-Nagel-Gymnasiums hatten mit dem Ziel durch einen Stolperstein ihr Schicksal dem Vergessen zu entreißen und ein Mahnmal zu setzen recherchiert und akribisch Fakten über die Deutsche, jüdischen Glaubens Jenny Cohn, über ihr Leben in Mahlsdorf, das mit Deportation in ein Ukrainisches Vernichtungslager endete, zusammengetragen.

Es war ein bisschen eine traurige, aber viel mehr noch eine nachdenkliche und beeindruckend Stunde an diesem sonnigen Frühlingstag am Freitagnachmittag, am 26. März vor dem Haus in der Otto -Nagel – Straße 19 – der ehemaligen Königsstraße 19 -, als inmitten einer bunten Schar von Anwohnerinnen, dem Schulleiter, Lehrerinnen, Lehrern und den vielen Jugendlichen des Otto-Nagel-Gymnasiums unter Anwesenheit der Bezirksürgermeisterin sowie der Stellvertretenden Bezirksvorsitzenden der Linkspartei der 11. Stolperstein in Marzahn-Hellersdorf für Jenny Cohn verlegt wurde.

Der Künstler, der 1947 in Berlin geborene Kölner Bildhauer Gunter Demnig, der seit nunmehr 14 Jahren diese Stolpersteine verlegt, berührte die Anwesenden mit seinem Bericht über seine Arbeit, die inzwischen ganz Europa umfasst und dem Zitat der Antwort eines Schüler auf die Frage eines Journalisten, ob es nicht gefährlich sei zu stolpern, man falle doch: „Nein, denn man stolpert mit dem Kopf und mit dem Herzen.“ Und im Übrigen muss man sich beugen, wenn man lesen will, was auf dem Stein, der zu seinen Füßen liegt, steht.

Sabine Schwarz
AG Ltr. Pol. Bildung