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27. Februar 2008

"Wir stellen uns der historischen Verantwortung..."

Am 27. Februar 2008 um 11 Uhr fand in Mahlsdorf-Nord eine Platzbenennung für die Familie Guthmann statt. Mit der Namensgebung will der Bezirk an das Schicksal der Familie Guthmann erinnern.

Herr Leopold Guthmann und seine Familie nahmen auf Einladung des Bezirksamtes an der feierlichen Platzbenennung teil. Der namenlose Platz erhielt den Namen Guthmannplatz.

Die jüdische Familie Guthmann zog im Jahre 1933 nach Mahlsdorf-Nord und lebte dort in der Lemkestraße 156 unweit dieses Platzes.

Alle Familienmitglieder wurden von den Faschisten ins NS-Vernichtungslager Auschwitz deportiert und wurden bis auf den Sohn Leopold, ermordet. Er überlebte jahrelange Zwangsarbeit.

Sein Vater Otto Guthmann wurde in Berlin als Sohn eines Papierhändlers geboren. Im ersten Weltkrieg wurde ihm das Eiserne Kreuz verliehen, zugleich war er überzeugter Sozialist. An einem der Feiertage, an denen er geflaggt hatte, rissen ihm die Nazis die schwarz-rot-goldene Fahne herab, denn sie wussten, dass er Jude war. Später wurde die gesamte Familie nach Auschwitz deportiert.

Leopold, der das Martyrium überlebte, hat bis heute die Häftlingsnummer von Auschwitz auf seinem Arm tätowiert.

Die Überlebenden der Familie Guthmann wanderten nach dem zweiten Weltkrieg nach Belgien aus.

Herrn Guthmann berührte es sehr, dass er "ein solch tolles Geschenk" bekommen hat - und das an dem Tag, der zugleich der Geburtstag seiner Tochter ist.


Martin Fedorin
(Praktikant, Schüler der Oskar-Schindler-Oberschule, Berlin-Hohenschönhausen)