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6. August 2008 Marzahn-Hellersdorf

Wir trauern um einen dem Hass zum Opfer gefallenen Menschen

Zum Mord an einem unserer vietnamesischen Mitbürger in Marzahn erklärt der
stellvertretende Bezirksvorsitzende der Partei DIE LINKE. Marzahn-Hellersdorf und Bezirksverordnete Bjoern Tielebein:


Mit tiefem Entsetzen mussten wir heute zur Kenntnis nehmen, dass einer unserer Mitbürger am frühen Vormittag vor einer Kaufhalle in Marzahn durch einen 35-jährigen Mann mit einem Messer lebensgefährlich verwundet wurde und an seinen Verletzungen starb.

Unsere Anteilnahme gilt jetzt den Hinterbliebenen des Opfers. Sie müssen jede Hilfe erhalten mit dieser Situation fertig zu werden, auch wenn dies angesichts dieses Mordes fast unmöglich ist.

Ersten Berichten zufolge, wonach es sich um eine Tat möglicherweise latent fremdenfeindlicher Selbstjustiz gegen „Zigarettenhändler“ gehandelt haben soll, müssen jetzt dringend genauer überprüft werden.
Stigmatisierungen gegen Menschen mit Migrationshintergrund, die aufgrund ihres sozialen und rechtlichen Status in Deutschland nicht in Würde leben können, führen zu Hass und nunmehr offenbar auch letztlich zu tödlicher Gewalt gegen unsere Mitmenschen.



Unabhängig des Hintergrundes der Tat, ist es ein entsetzliches Verbrechen. Nichts kann rechtfertigen, das Recht eines jeden Einzelnen auf körperliche Unversehrtheit zu beeinträchtigen, geschweige denn mit einem Messer jemanden derart zu verletzten und letztlich zu ermorden.

Gemeinsam mit den Angehörigen sollten wir um einen dem Hass zum Opfer gefallenen Mitbürger trauern.

Ich rufe die Mitglieder und SympathisantInnen der LINKEN in Marzahn-Hellersdorf und im Land sowie die BürgerInnen dazu auf, sich an Gedenkveranstaltungen für den Ermordeten zu beteiligen.
Am kommenden Sonntag, den 10. August 2008 ist ab 15 Uhr von BürgerInnen des Bezirkes eine Gedenkveranstaltung auf dem Helene-Weigel-Platz mit anschließendem Trauermarsch zum Tatort geplant.


Berlin, 06. August 2008