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16. Dezember 2007

Das Andenken wachhalten

Otto-Rosenberg-Platz. Diesen Namen trägt seit dem 16. Dezember 2007 das Rondell am westlichen Aus- und Eingang des S-Bahnhofs Raoul-Wallenberg-Straße. 63 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur erhält der Ausschwitz-Überlebende stellvertretend für Tausende Sinti und Roma, die im Zwangslager Marzahn an eben diesem Ort seit 1936 gelitten haben, diese Würdigung. Im Juni 2007 hatten die Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle und die Vorsteherin der BVV, Petra Wermke, sich selbst verpflichtet, eine angemessene Würdigung des Sinto Otto Rosenberg und der von den Nazis verfolgten Sinti und Roma am Ort des Geschehens vorzunehmen.

Mehr als 100 TeilnehmerInnen waren gekommen, um gemeinsam mit Petra Rosenberg, der Vorsitzenden der Vereinigung Deutscher Sinti und Roma, der Bundestagsabgeordneten Petra Pau sowie VertreterInnen aus der bezirklichen und Landespolitik die feierliche Benennung zu begehen.

Während der anschließenden Feierstunde im Schloss Biesdorf hob Gregor Gysi die Notwendigkeit hervor, vor allem gegen immer noch bestehenden Antiziganismus einzutreten.

Otto Sanders las aus Otto Rosenbergs Buch über dessen eigenes Erleben und das Leben der Sinti und Roma im Dritten Reich „Das Brennglas“. Marianne Rosenberg, bekannt als Musikerin, sang zu Ehren ihres Vaters und mahnte zu gegenseitiger Akzeptanz.

Auch wenn es lange Zeit gedauert hat, bis am authentischen Ort der Verbrechen nunmehr der Opfer auch sichtbar gedacht wird, kann es wohl kaum eine bessere Würdigung geben, als Otto Rosenbergs Namen fest im Straßenbild zu verankern. Dagmar Pohle: „Straßennamen sind immer Ausdruck, wie wir mit unserer Geschichte umgehen und welche Konsequenzen wir daraus gezogen haben.“


Bjoern Tielebein