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Petra Pau zu Besuch in Israel

23. Februar 2008

In dieser Woche hat mein erster Besuch in Israel begonnen. Es ist keine normale Visite. Ich bin offiziell als Vizepräsidentin des Bundestages anlässlich der Internationalen Antisemitismuskonferenz, die heute hier in Jerusalem beginnt, eingeladen. Zur Vorbereitung habe ich zahlreiche Gespräche geführt, und viel gelesen. Es ist schließlich mein erster Besuch im „gelobten Land“ und im Nahen Osten überhaupt.

Vom Stammplatz am Katzentisch einer linken Abgeordneten zur offiziellen Einladung einer anerkannten Politikerin gegen Antisemitismus und Rassismus – das hat etwas! Es vermittelt auch mir ein wenig Genugtung. Gleich bei Ankunft unserer kleinen Delegation wurde ich am Flughafen vom Botschafter der Bundesrepublik, Dr. Kindermann, begrüßt. Er nahm sich viel Zeit, uns auf die aktuelle Lage in Israel einzustimmen. Er erzählte vom Turbokapitalismus den Israel, gerade durchlebt. Das Land habe stabile Wachstumsraten bei großer Polarisierung der sozialen Schichten. Ein zentrales Thema in Israel ist nach wie vor die Aufarbeitung des Holocausts und die Strategien gegen Antisemitismus. Ein Thema, das mich auch seit Jahren beschäftigt. Neue Bildungsstrategien für Erwachsene und besonders auch für junge Leute sind notwendig, um sie für das schwierige Thema Antisemitismus zu sensibilisieren. Es ist ein Gebot der Zeit - und das nicht nur, weil es nur noch wenige Zeugen aus der Erlebnisgeneration der Opfer des Faschismus gibt.


24. Februar 2008
Wir fahren in einem gut gesicherten Fahrzeug ins israelische Außenministerium, dem Tagungsort des Internationalen Forums gegen Antisemitismus. Mehr als 40 Länder sind mit hochrangigen Politikern in Jerusalem vertreten. Die Veranstalter haben alles sehr gut im Griff, obwohl zur Konferenz wesentlich mehr Teilnehmer eingetroffen sind, als eingeplant waren. Ich spreche im zweiten Forum zum Thema: „Regierungen und parlamentarische Aktionen im Kampf gegen Antisemitismus“. Antisemitismus ist kein Problem aus der Vergangenheit. Er ist aktuell präsent und findet neue Nahrung. Er ist eine menschenverachtende Ideologie, die durch niemanden und durch nichts zu rechtfertigen ist. Er gedeiht dort, wo Toleranz und Demokratie unterentwickelt sind. Ich habe deshalb der Bundesregierung vorgeschlagen, eine Beauftragte für Demokratie und Toleranz zu benennen, die im Inneren agiert und zugleich internationale Vorhaben gegen Rassismus und Antisemitismus zusammenführt.

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