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Achard-Schule: Eltern stoppen Abrissbirne

An der Franz-Carl-Achard-Schule tut sich was: Die wenige Tage nach Beginn des Schuljahres 2015/2016 vom Bauamt aus Sicherheitsgründen geschlossene Schule wird instand gesetzt, sodass sie spätestens nach den Sommerferien 2016 wiedereröffnet werden kann. Der Abriss ist vom Tisch, die unzumutbare Ausweichlösung mit Bustransfer nach Marzahn-Nord findet bald ihr Ende.

Doch was war nötig, um diese Instandsetzung durchzusetzen? Unmittelbar nach der Schließung hatte sich der Bezirksbürgermeister und Schulstadtrat Stefan Komoß (SPD) bereits auf den Abriss des Schulgebäudes festgelegt. Bereits Anfang September 2015 versicherte er der Senatsfinanzverwaltung per E-Mail, dass der Abriss im Januar 2016 beginnen könne und das Grundstück im Frühjahr beräumt wäre. Da lag noch nicht einmal dem ganzen Bezirksamt das Gutachten zu Kosten- und Realisierungsvarianten für die Schule vor, geschweige denn der Bezirksverordnetenversammlung. Im Bezirksamt wurde niemals eine Beschlussvorlage zum Abriss eingebracht. Der Bezirksbürgermeister handelte hier eigenmächtig. Erst auf Antrag der Linksfraktion wurde ein Gutachten der BVV zur Verfügung gestellt. Darin fand sich dann kein Beleg dafür, dass nur die vom Bezirksbürgermeister zu diesem Zeitpunkt bereits in die Wege geleitete Variante (Abriss und Errichtung eines Modularen Ergänzungsbaus) als einzige realisierbar sei.

Inzwischen waren die Abrissarbeiten ausgeschrieben und das Mobiliar aus dem Gebäude entfernt worden. Seit November 2015 hat sich die Linksfraktion durchgängig dafür eingesetzt, sowohl das Schulgebäude zu erhalten, als auch die Beschulung der Kinder während der Schließung der Achard-Schule in deren unmittelbarer Nähe abzusichern. Unsere Anträge dazu wurden alle von der Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Bündnisgrünen zurückgewiesen.

Glücklicherweise gibt es engagierte Menschen vor Ort, die die Initiative „Sei keine Birne!“ gründeten. Über 6000 Einwohner*innen haben für den Erhalt des Gebäudes unterschrieben und einen Einwohnerantrag eingereicht, der im Februar von der BVV auch einstimmig angenommen wurde. Ohne dieses überwältigende Engagement wäre die Franz-Carl-Achard-Schule bereits abgerissen. Ob der Plan des Bürgermeisters für den Modularen Ergänzungsbau (MEB) aufgegangen wäre, erscheint im Rückblick äußerst fraglich.

Es bleibt das Fazit: Politisches Engagement lohnt sich! Die Linksfraktion hat von Anfang an die Bürgerinitiative unterstützt und somit zu deren Erfolg und dem Erhalt der Franz-Carl-Achard-Schule beigetragen. Wir werden uns auch in Zukunft für Lösungen stark machen, die ohne Abrissbirnen auskommen.

Sarah Fingarow (bildungspolitische Sprecherin), Olaf Michael Ostertag (kulturpolitischer Sprecher)

 


Aufklärung eingefordert:

Die Linksfraktion konnte sich in der BVV mit einen Antrag zur Durchführung von Sondersitzungen des Schulausschusses zur Aufklärung der Entwicklungen um die Achard-Schule durchsetzten. Außerdem muss das Bezirksamt einen Untersuchungsbericht erarbeiten, der Licht in das Chaos bringen soll. Dieser soll zur ersten Sondersitzung des Schulausschusses im Mai vorliegen.