Zurück zur Startseite
Leerstehende Schulgebäude reaktivieren!
Sarah Fingarow, bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende

Die Zahl der Schüler*innen in Marzahn-Hellersdorf wird in den nächsten Jahren deutlich steigen. Die vorhandenen Schulplätze werden bei Weitem nicht ausreichen, um den steigenden Bedarf zu decken. Marzahn-Hellersdorf braucht dringend weitere Schulgebäude.

Das Bezirksamt hat die Entwicklung steigender Schüler*innenzahlen verschlafen. Im Schulentwicklungsplan für die Jahre 2013 bis 2017 wird deutlich, dass zusätzliche Schulplätze geschaffen werden müssen. Der zuständige SPD-Stadtrat will das jedoch durch „zeitweise Abweichung von Orientierungswerten“ und einzelnen temporären Schulergänzungsbauten bewerkstelligen. Übersetzt bedeutet dies eine massive Überbelegung der Schulen. An Grundschulen müssen somit alle Unterrichtsräume auch für die Nachmittagsbetreuung genutzt werden. Eine Raumgestaltung, die sich an die Bedürfnisse insbesondere junger Grundschulkinder anpasst, ist damit nicht möglich. Die Fraktion DIE LINKE sagt: Gute Bildung braucht Raum und kann nicht in vollgestopften Klassenräumen stattfinden!

Die derzeit vielerorts errichteten modularen Ergänzungsbauten sind keine zufriedenstellende Lösung des Problems. Sie sind nur für einen begrenzten Zeitraum nutzbar und werden als Ergänzung an bestehenden Schulstandorten aufgestellt. Dies führt zur Entwicklung von wenigen großen Schulen mit sehr vielen Schüler*innen, anstatt zu wohnortnahen Schulen mit kurzen Wegen für die Kinder.

Da der Neubau von Schulen einen sehr langen Planungsvorlauf benötigt, fordert die Linksfraktion, die Reaktivierung ehemaliger Schulstandorte zu prüfen. So kann kurzfristig und wirtschaftlich effektiv der Überbelegung von Schulgebäuden begegnet werden. An vielen Orten der Stadt werden derzeit Gebäude entkernt, von Grund auf saniert und für eine neue Nutzung hergerichtet. Dies muss auch für die leerstehenden ehemaligen Schulgebäude in Marzahn-Hellersdorf geprüft werden. Der lange Planungsvorlauf eines Neubaus ließe sich so vermeiden. Im Bezirk gibt es derzeit drei komplett leerstehende Gebäude, welche nach Sanierungsmaßnahmen wieder für den Schulbetrieb geeignet wären. In der BVV-Sitzung im März antwortete der Schulstadtrat auf unsere große Anfrage hin, dass das Bezirksamt keine konkrete Kosten-Nutzen-Rechnung für die betreffenden Standorte im Bezirk vornehmen wird. Die leerstehenden Gebäudekomplexe an der Elsenstraße und am Havelländer Ring seien für Wohnbebauung geplant.

Dass neue Wohnungen auch weitere Schulkinder mit sich bringen, bleibt unberücksichtigt. Die Linksfraktion fordert das Bezirksamt auf, endlich zu handeln und eine konkrete Kalkulation für die Wiedereinrichtung ehemaliger Schulgebäude aufzustellen. Die Finanzierung könnte zeitnah über die vom Senat zur Sanierung von Schulen vorgesehenen zusätzlichen Investitionsmittel erfolgen.

Sarah Fingarow
Bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende