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22. März 2017 Marzahn-Hellersdorf

Marzahn-Hellersdorf braucht produzierendes Gewerbe

Jens Braumann, Sprecher für Wirtschaft, Arbeit und Beschäftigungsförderung

Zum Stellenabbau von Hasse & Wrede und der faktischen Lohnkürzung erklärt der Sprecher für Wirtschaft, Arbeit und Beschäftigungsförderung der Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf Jens Braumann:

Wir bedauern den Schritt von Hasse & Wrede, ab September 2017 nicht mehr in Marzahn-Hellersdorf zu produzieren und damit den Verlust von 125 Stellen im Bezirk. Hasse & Wrede hat sich dazu entschieden, die Produktion nach Tschechien zu verlegen und lediglich die Entwicklung und den Vertrieb von Marzahn-Hellersdorf aus weiterzuführen.

Des Weiteren ist es nicht hinnehmbar, dass die Arbeitszeit bei Knorr-Bremse von 35 auf 42 Stunden ohne entsprechenden Lohnausgleich angehoben werden soll. Der Kritik der IG Metall an diesem Vorgehen schließen wir uns ausdrücklich an. Es wird wieder einmal deutlich, dass für alle Unternehmen Tarife abgeschlossen werden müssen und eine Bezahlung zu erfolgen hat, die der geleisteten Arbeit gerecht wird. Eine Erhöhung der Arbeitszeit ohne Ausgleichszahlung entspricht unseres Verständnisses nach einer Lohnkürzung.

Berlin und damit auch Marzahn-Hellersdorf ist ein hochinteressanter Industrie- und Dienstleistungsstandort. Mit der Eröffnung des CleanTech Businessparks wird Wirtschaftsunternehmen die Möglichkeit gegeben, diesen Bezirk mitzugestalten und dringend benötigte Arbeitsplätze zu schaffen. Der Bezirk ist auf verlässliche Partner aus der freien Wirtschaft angewiesen, die gegen den Trend der Globalisierung handeln und denen die Belange ihrer Angestellten wichtiger sind als die unbedingte Gewinnmaximierung.

Die folgende Resolution haben die Fraktionen der LINKEN, der SPD und die Gruppe der Bündnisgrünen in die Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 23. März 2017 als Antrag eingebracht:

Die BVV Marzahn-Hellersdorf zu Entscheidungen des Knorr-Bremse-Konzerns

Besorgt und empört nimmt die BVV Marzahn-Hellersdorf von Berlin die Nachricht über die Entscheidungen des Knorr-Bremse-Konzerns zu seinen Berliner Tochterunternehmen entgegen.

Der Knorr-Bremse-Konzern baut seine Schienenfahrzeugsparte aus. Statt mit der Belegschaft gemeinsam die Zukunft zu planen, setzen die Verantwortlichen auf Aufkündigung der Sozialpartnerschaft durch Tarifflucht und eine radikale Verschlechterung der Arbeitsbedingungen.

Die ca. 350 Beschäftigten bei Knorr-Bremse PowerTech sollen noch im April 2017 statt der grundsätzlich vereinbarten 35 Stunden 42 ohne Lohnausgleich arbeiten. Das entspricht einer Lohnkürzung von 20 Prozent. Obwohl das Unternehmen noch bis Ende 2017 tarifgebunden ist, übt das Unternehmen schon jetzt erheblichen Druck auf die Beschäftigten aus. In sogenannten Einzelgesprächen sollen die Beschäftigten schnell in diese Verträge gedrängt werden.

Bei Hasse & Wrede in Marzahn trifft es mit ca. 130 Kollegeninnen und Kollegen und ca. 30 Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmern die komplette Fertigung. Sie sollen ihre derzeitigen Arbeitsplätze verlieren, die aus Gründen der Gewinnmaximierung nach Tschechien verlagert werden sollen, obwohl aus betriebswirtschaftlicher Sicht dazu kein Anlass besteht. Die BVV Marzahn-Hellersdorf von Berlin steht zur europäischen Solidarität und wird nicht hinnehmen, dass Standorte international gegeneinander ausgespielt werden. Die frei werdenden Hallen sollen dann die Kolleginnen und Kollegen von Knorr-Bremse PowerTech aus Tegel füllen, die im Lauf des Jahres 2018 dorthin ziehen sollen.

Dies hat mit moderner Unternehmensführung nichts zu tun. Wir stehen zum deutschen Modell der Sozialpartnerschaft und Mitbestimmung.