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28. Februar 2014 Linksfraktion in der BVV

Kostenfreies Schulmittagessen und qualifizierte pädagogische Hortbetreuung für alle Kinder

Sarah Fingarow, bildungspolitische Sprecherin

Svetlana Hayduk, integrationspolitische Sprecherin

Nach der Beantwortung der Mündlichen Anfrage zu Abmeldungen von der Hortbetreuung in der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung am 27. Februar 2014 erklären Svetlana Hayduk, integrationspolitische Sprecherin, und Sarah Fingarow, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf:

Im Zuge der vom Senat vorgenommenen Neuregelungen zum Schulmittagessen ab 1. Februar 2014 hat sich der Kostenanteil für Eltern von Grundschulkindern von bisher 23 auf 37 Euro monatlich erhöht. Für Kinder, die eine schulische Hortbetreuung in Anspruch nehmen, ist die Teilnahme am Schulmittagessen obligatorisch. Die Erhöhung der Kosten für das Schulmittagessen ihrer Kinder um 14 Euro im Monat ist für viele Eltern in Marzahn-Hellersdorf finanziell nicht tragbar.

Eine Reihe von Eltern haben ihre Kinder inzwischen von der Hortbetreuung abgemeldet. Das Bezirksamt teilte in der BVV mit, dass mindestens 49 Abmeldungen von der Hortbetreuung mit den erhöhten Kosten für das Schulmittagessen begründet worden sind. Weitere Hortplatzabmeldungen erfolgten ohne Begründung, aber im zeitlichen Zusammenhang mit der Steigerung des Elternbeitrages. Einige Eltern haben zudem den Umfang der Hortbetreuung reduziert, um so den erhöhten finanziellen Aufwand für das Mittagessen ausgleichen zu können.

DIE LINKE hat bereits vor Verabschiedung der Neuregelungen davor gewarnt, dass ein Großteil der Eltern sich dann das Mittagessen für ihre Kinder nicht mehr leisten kann. Dies bestätigt sich nun und wird auch anhand der stark erhöhten Inanspruchnahme von Mitteln aus dem Bildungs- und Teilhabepaket deutlich.

Die qualifizierte pädagogische Nachmittagsbetreuung ist ein wichtiger Aspekt der Schulbildung, insbesondere in Bezug auf die soziale Teilhabe und Interaktion unter Gleichaltrigen. Kinder können daran nicht mehr teilnehmen, wenn ihre Eltern es sich schlichtweg nicht mehr leisten können. Die schulische Nachmittagsbildung wird somit zum Privileg für Kinder aus gutverdienenden Elternhäusern. Diese Verschärfung der Abhängigkeit von Bildungschancen vom Einkommen der Eltern lehnt die Linksfraktion ab. Wir fordern weiterhin ein kostenfreies Schulmittagessen und eine qualifizierte pädagogische Hortbetreuung für alle Kinder.

Link zur Mündlichen Anfrage