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15. April 2014 Linksfraktion in der BVV

Für mehr Schulraum in Marzahn-Hellersdorf!

Sarah Fingarow, bildungspolitische Sprecherin

Zum Mangel an Schulraum erklärt Sarah Fingarow, Bezirksverordnete und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf:

Laut Schulentwicklungsplan 2013-2017 wird die Zahl der Schüler*innen sowohl an Grundschulen als auch an weiterführenden Schulen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf in diesem sowie in den kommenden Jahren weiter ansteigen. Die realen Zahlen übertreffen dabei selbst die maximale Bevölkerungsprognose für das Jahr 2013. Auch eine Elterninitiative der Grundschule am Hollerbusch sieht akuten Handlungsbedarf und will sich mit einer Petition zum Schulraummangel an an die BVV wenden.

Das Problem des Raummangels, auf welches die Linksfraktion der BVV Marzahn-Hellersdorf bereits aufmerksam gemacht hat, wird vom Bezirksbürgermeister und Schulstadtrat Stefan Komoß (SPD) jedoch nur unzureichend angegangen. Der Schulentwicklungsplan 2013-2017 sieht nur einen Schulneubau in Biesdorf-Süd und einen Erweiterungsbau für die Peter-Pan-Schule in Marzahn-Mitte vor. Das bedeutet, dass es zu einer zeitweisen Abweichung von Orientierungswerten für Klassenstärken, also einer Überbelegung der Schulen, kommen wird. Die Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf lehnt dies ab. Gute Bildung braucht auch entsprechende räumliche Bedingungen und kann nicht in vollgestopften Klassenräumen stattfinden. Moderner Unterricht findet zu einem großen Teil auch in Kleingruppen statt.

Weitere Probleme werden anhand des Sozialberichts 2012 deutlich: Demnach verfügen die Hälfte der SGB II-Empfänger*innen nur über einen geringen oder keinen Schulabschluss. Die Zahl der Kinder unter 6 Jahren ist in SGB II-Haushalten jedoch besonders hoch und wird tendenziell weiter ansteigen. Für Kinder aus Familien mit geringer fomalier Bildung und wenig Einkommen ist eine Verschlechterung der schulischen Bedingungen besonders gravierend, da eine direkte Unterstützung der Kinder oft nicht geleistet werden kann und Nachhilfeunterricht zu teuer ist.

Die Ergebnisse einer kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE zeigen unter anderem, dass es drei leerstehende Schulgebäude in Marzahn-Hellersdorf gibt, welche nach Sanierungsmaßnahmen wieder für den Schulbetrieb geeignet wären. Weitere Schulgebäude sind baulich in besserem Zustand, werden derzeit aber nicht für Schulunterricht genutzt. Wir fordern auf dieser Grundlage die Schaffung neuen Schulraums zur Sicherung der Qualität des Unterrichts. Da der Anstieg der Zahl der Schülerinnen und Schüler im Bezirk ungleich verteilt ist, fordern wir zudem eine Sozialraumorientierung bei der Bedarfsplanung. Diese wurde im Schulentwicklungsplan 2013-2017 nicht vorgenommen.

Schulentwicklungsplan 2013-2017 für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf

Kleine Anfrage zu Schulgebäuden, die derzeit nicht für den Schulbetrieb in Marzahn-Hellersdorf genutzt werden