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28. September 2012 Marzahn-Hellersdorf, Linksfraktion in der BVV

Schulstadtrat ignoriert Konflikte in Gemeinschaftsschule - LINKE Anträge für bessere Sprachförderung und ausreichend Horträume von BVV beschlossen

Zu den Ergebnissen der Sitzung der BVV Marzahn-Hellersdorf, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sarah Fingarow:

Die Bezirksverordnetenversammlung hat am vergangenen Donnerstag zwei bildungspolitische Beschlüsse auf Antrag der LINKEN gefasst. Zum Einen soll sich das Bezirksamt für eine bessere Sprachförderung von Kindern ohne  bzw. mit geringen Deutschkenntnissen einsetzen. Zum Anderen werden mehr Horträume und damit eine Verhinderung der Doppelnutzung von Schulräumen gefordert.

Des Weiteren hatte die Linksfraktion eine dringliche Anfrage zu einer unserer Gemeinschaftsschulen im Bezirk gestellt.

Im Ausschuss für Schule und Sport am 6. September 2012 wurde an den Bezirksbürgermeister und Schulstadtrat Stefan Komoß die Frage gerichtet, ob ihm ein Beschluss der Bruno-Bettelheim-Grundschule, aus dem Gemeinschaftsschulprojekt mit der Thüringen-Oberschule auszusteigen, bekannt sei. Herr Komoß verneinte dies. Die zuständige Senatsaußenstelle bemerkte jedoch, dass ihr dieser Vorgang durchaus bekannt sei.

Auf die dringliche Anfrage konnte Herr Komoß keine Auskünfte über den Beschluss der Bruno-Bettelheim-Grundschule geben. Er musste erst durch mehrere Nachfragen einräumen, dass er von dem Sachverhalt zumindest mündlich informiert ist. Der Stadtrat teilte mit, dass er eine schriftliche Anfrage an die Schule versandt habe und nun auf eine Antwort warte. In den drei Wochen, die zwischen der Ausschusssitzung und der BVV-Sitzung vergangen sind, hat Herr Komoß offenbar keine weiteren Bemühungen unternommen, sich zu dem brisanten Sachverhalt zu informieren, als einen einzigen Brief zu schreiben.

Es ist völlig unverständlich, dass der Bürgermeister die Angelegenheit offenbar nicht weiter ernst genommen hat.

Gemeinschaftsschulen sind ein kostbares Gut. Kürzlich erst hat die wissenschaftliche Begleitstudie der Pilotphase der Gemeinschaftsschule Berlin, durchgeführt von den Hamburger Erziehungswissenschaftlern Johannes Bastian und Ulrich Vieluf, diese Schulform als Erfolgsmodell bestätigt. Schülerinnen und Schüler an Gemeinschaftsschulen gehen demnach gern zur Schule und sind in besonderer Weise motiviert, ihren Bildungsgang aktiv mitzugestalten. Zudem zeigt sich eine hohe Zufriedenheit mit diesem Schulmodell bei allen Beteiligten. Die Lehrkräfte nehmen die Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler eher als Potenzial denn als Belastung wahr. Die Mehrheit der Eltern würde diese Schulform wieder wählen. Die Studienergebnisse zeigen deutlich, die Gemeinschaftsschule ist ein Erfolgsmodell, von dem die Lehrkräfte, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler gleichermaßen profitieren. Daher brauchen wir mehr Gemeinschaftsschulen auch im Bezirk Marzahn-Hellersdorf.

Es ist jedoch zu bezweifeln, dass dieses Bezirksamt diesem Projekt einen angemessenen Stellenwert einräumt. Es muss jetzt dringend auf die Bruno-Bettelheim-Grundschule zugegangen werden, um mögliche Konflikte zu moderieren und das Gesamtprojekt zu unterstützen und zu erhalten.