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25. Februar 2010 Linksfraktion in der BVV

"Die Reform ist die lange überfällige Abkehr von einem gegliederten System"

Sehr geehrte Frau Vorsteherin, sehr geehrte Gäste und Verordnete der demokratischen Parteien,

ich will hier nicht lange über Landespolitik sprechen. Die Berliner Schulreform wurde im Abgeordnetenhaus beschlossen und an uns ist es jetzt, sie bestmöglich im Interesse der Marzahn-Hellersdorfer Schülerinnen und Schüler umzusetzen.

Ich möchte nur so viel sagen: Ich denke mit der Reform hat Rot-Rot in Berlin den richtigen Weg beschritten. Es ist die lange überfällige Abkehr von einem gegliederten System, dass davon ausgeht, es sei möglich Kinder in homogene Lernblöcke aufzuteilen. Es ist dagegen richtig jedes Kind als Individuum anzunehmen und entsprechend seinen jeweiligen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen zu fördern.

Ich glaube mit der hier vorliegenden Fortschreibung des Schulentwicklungsplans 2008-2012 befindet sich Marzahn-Hellersdorf auf dem Weg, die Reform gut umzusetzen. Zukünftig werden alle Kinder die Möglichkeit haben, an 8 Sekundarschulen und 2 Gemeinschaftsschulen bis zum Abitur ohne Selektion zusammen zu lernen.

Und es wird kein Abi zweiter Klasse sein. Das zeigt schon das aufgeregte Agieren der Gymnasiallobby in den letzten Wochen. Das Abitur in 13 Jahren wird den Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre Jugend auch zu genießen. Sie werden nicht wie beim 12-Jahre-Turbo-Abi dem Druck ausgesetzt sein, sich schnellst möglich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen.

Natürlich sind wir uns bewusst, dass die Struktur nur ein Teil der Reform sein kann. Über den Erfolg der Schulreform entscheidet letztlich, wie sie in den Klassenzimmern ankommt, wie die progressiven Ansätze und Möglichkeiten tatsächlich umgesetzt werden.

Eine so einschneidende Reform stellt alle die in Schule arbeiten vor besondere Herausforderungen. Deshalb sieht es DIE LINKE als besonders wichtig an, die Lehrerinnen und Lehrer, die Erzieherinnen und Erzieher auf dem neuen Weg mitzunehmen. Das heißt für uns vor allem ein offenes Ohr zu haben, für die Hinweise aller, ob sie lehren oder lernen, wie die Reform noch besser umgesetzt werden kann.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Berliner Schulreform ist beschlossene Sache. Sie wird kommen. Deshalb möchte ich alle, die im Bildungsbereich Verantwortung tragen, dazu aufrufen, gemeinsam daran mitzutun, dass die Reform gut umgesetzt wird. Dabei wende ich mich auch und vor allem an die, die noch nicht von allen Bestandteilen der Reform überzeugt sind. Lassen sie uns gemeinsam die Reform zu einem Erfolg machen – für die Kinder in Marzahn-Hellersdorf.

Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.