Zurück zur Startseite
27. Februar 2015 Linksfraktion in der BVV

»Von Unkraut-Bier und Kienberg-Überraschung«

Steffi Bey berichtet im Neuen Deutschland über die Kunstprojekte während der IGA 2017. Im Folgenden der Artikel im Wortlaut:

Von Unkraut-Bier und Kienberg-Überraschung
Auf der IGA 2017 soll es viele Kunstprojekte geben - ein erster Einblick wurde schon mal gewährt.

Steffi Bey, 27.02.2015, Neues Deutschland, Berlin/Brandenburg

Während der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin wird es 2017 in Marzahn auch viel Kunst zum Schauen, Erleben und Mitmachen geben. Zurzeit lernen die Akteure die Umgebung kennen.

Auf dem gesamten rund 100 Hektar großen Ausstellungsgelände werden Kunst und Kultur fest verankert sein. »Landschaft, Natur und Stadtraum treten dadurch in einen abwechslungsreichen Dialog, der neue, spannende Perspektiven eröffnet«, kündigt IGA-Geschäftsführerin Katharina Langsch an. Geplant sind ortsbezogene Aktionen, Musik- und Kunstprojekte sowie verschiedene Installationen. »Das Spektrum reicht von Hochkultur bis Off-Szene«, sagt Katja Aßmann, die als freie Kuratorin für die IGA wirkt.

Eine Vorschau auf diese Auseinandersetzung und den Prozess, der längst begonnen hat, gab es kürzlich in der IGA-Markthalle am Blumberger Damm.

Schon seit 2013 beschäftigen sich Künstler mit dem Großprojekt. »Bevor wir überhaupt auf die Landschaftsarchitekten für die Gartenausstellung zugegangen sind, luden wir zehn Kreative ein«, berichtet Katja Aßmann. Darunter internationale Kunstschaffende, die gerade dabei sind, sich die besondere Stadtlandschaft, zwischen Peripherie und Metropole, zu erschließen. Während der Spurensuche vor Ort gab es beispielsweise eine Werkstatt, Jugendeinrichtungen wurden besucht und der Kleingartenverein am Kienberg. Ziel war es, herauszufinden, was es im Bezirk Interessantes gibt und welche Themen die Menschen bewegen.

»Ich bin total überrascht, wie Grün der Stadtteil ist«, sagt Michael Sailstorfer. Den Bildhauer, Installations- und Projektkünstler faszinieren besonders »vorhandene Gegebenheiten«. Womit er sich allerdings konkret in den nächsten zwei Jahren beschäftigt und was für ein Werk die Besucher dann von ihm sehen können, will er noch nicht öffentlich machen. Nur so viel: »Den Kienberg finde ich sehr interessant«. IGA-Geschäftsführerin Langsch fügt hinzu: »Sailstorf setzt seine Ideen oft humorvoll um. In Marzahn wird es etwas sein, das nicht sofort erkennbar ist.«

Auch die Bildhauerin Seraphina Lenz gehört zu den ausgesuchten Künstlern. Die Berlinerin arbeitet gerne mit Menschen zusammen und möchte gemeinsam mit Einheimischen etwas auf die Bühne bringen. »Noch ist es zu früh, um genau sagen zu können, welche kleinen Aufführungen wir gestalten«, betont die Künstlerin. Fasziniert ist sie von den weiten Räumen, die der Stadtrand bietet und die Blicke, die dadurch entstehen.

Für Marzahn-Hellersdorfs Kulturstadträtin Juliane Witt (LINKE) bringen die angekündigten Projekte wichtige neue Impulse für den Bezirk. »Kunst ist auch Kommunikation und bietet zudem die Chance, dass interessante Leute zu uns kommen.« So sieht das auch Katharina Langsch. »Wir erhoffen uns Publikumszuwachs von Kunstinteressierten aus aller Welt«, sagt die IGA-Geschäftsführerin.

Einige Veranstaltungsbesucher verließen allerdings etwas enttäuscht den Saal der IGA-Markthalle. »Ich hatte mehr erwartet und dachte, es werden konkrete Dinge vorgestellt«, bedauerte ein Herr. Offensichtlich ging er zu früh. Denn zum Schluss gab es eine Kostprobe einer ersten Aktion: Wer wollte, ließ sich Unkraut-Bier, das die Künstlerin Jeanne Van Heeswijk brauen ließ, schmecken. Zu den Inhaltsstoffen gehören unter anderem auf IGA-Wiesen gesammelte Kamille und Wurmkraut. 50 Liter wurden bislang von der »Marzahner Bierfabrik« hergestellt. Noch steht nicht fest, ob es das Getränk nach der Gartenschau zu kaufen gibt.

Weitere Informationen zum Thema IGA 2017 und Kienberg auf unserer Themenseite: Kienberg für alle!