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7. Februar 2017 Marzahn-Hellersdorf

„Rindsviecher“ in der Weiherkette?!

Frank Beiersdorff, umwelt-politischer Sprecher

Die Hönower Weiherkette (HWK) umfasste mal zwölf Gewässer, Sölle, Pfuhle, kleine Seen, einige inzwischen weitgehend ausgetrocknet infolge Wegfalls der Rieselfelder und Schaffung der Neubauten in den 1980er Jahren sowie klimatologischer Veränderungen. In geeigneter Form hydrologische Verhältnisse wiederherzustellen oder zumindest zu verbessern, wird eine Herausforderung. Gelingt es – unter Einschaltung z.B. einer biologischen Klärung – Straßenabwässer einzuleiten, Wasser von Dächern hineinzubringen oder gar Tiefbrunnen anzulegen?

Derzeit wird das Pflege- und Entwicklungskonzept überarbeitet. Angesichts „knapper Kassen“ bzw. in Folge der Privatisierung der Grünflächenpflege möchte man dazu übergehen, Flächen in der HWK einer extensiven Beweidung – durch schottische Hochlandrinder – zu übergeben. Nach anfänglichen Irritationen möchte man seitens des beauftragten Landschaftsplanungsbüros die Anwohner*innen einbeziehen.

In einer ersten Planungswerkstatt am 25. Januar ging es um die Präferenzen der Anwohner*innen, welche Plätze und Wege gemocht, welche gemieden werden, wo es Konflikte mit anderen Nutzungen gibt (z.B. Hundeauslauf, Hundekot etc.) Ein Ergebnis könnte sein, dass man die Hochlandrinder nicht nur „arbeiten“ lässt, sondern mit Beobachtungspunkten auch Naturerlebnis und Umweltbildung „am lebenden Objekt“ ermöglicht. Es kann einerseits Naturerlebnisräume für die Kinder der Umgebung geben, gleichzeitig aber auch Schutz bzw. Wiederansiedlung wichtiger „Zeigerarten“ wie Steinschmätzer, Neuntöter und Braunkehlchen. Auch die Rotbauchunke soll mit ihrem Bestand erhalten bleiben. Ebenso wie seltene Naturdenkmale wie die alte Steinweichsel unweit des Weidenpfuhls. Die Hochlandrinder sollen wechselseitig verschiedene Bereiche „pflegen“, natürlich geht es auch um das „Wie“ der Absperrung der „Rindsviecher“.

Die 2. Planungswerkstatt soll am 6.4.2017 um 17.30 Uhr wieder im „Haus am Beerenpfuhl“, Tangermünder Straße 30, 12627 Berlin, „steigen“.

Frank Beiersdorff
Umweltpolitischer Sprecher