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13. Dezember 2016 Marzahn-Hellersdorf

Aus den Siedlungsgebieten: Flüchtlinge sind in Biesdorf herzlich willkommen!

Klaus-Jürgen Dahler, Bezirks-verordneter und stellvertretender BVV-Vorsteher

An der Dingolfinger Straße in Biesdorf wird jetzt noch nach den Plänen des SPD/CDU-Senates eine mobile Flüchtlingsunterkunft als sogenanntes „Tempohome“ entstehen. Die mobile Unterkunft soll in den nächsten drei Jahren den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Leben mit ein bisschen Privatsphäre und guten hygienischen Bedingungen ermöglichen.

Nachdem der CDU-Kandidat für den Wahlkreis Biesdorf in Bürgerbriefen zugesichert hatte, dass hier keine Flüchtlingsunterkunft entstehen würde, hat nun der Senat beschlossen, an den bisherigen Planungen zur Errichtung von Flüchtlingsunterkünften festzuhalten. Finanzsenator Mathias Kollatz-Ahnen bestand darauf, dass der Bezirk sich auch weiter an der solidarischen Unterstützung zur menschenwürdigen Unterbringung der Flüchtlinge beteiligt. Während die Abgeordnete Regina Kittler (DIE LINKE) immer für eine Willkommenskultur eintrat, erweckten die CDU-Politiker Gräff und Czaja den Eindruck, dass hier keine Notwenigkeit zur Errichtung einer solchen Unterkunft bestünde. Damit versuchten sie im Wahlkampf, gegen DIE LINKE zu punkten.

Containerdörfer sind auch nach meinen Maßstäben nicht gerade bestmöglichste Stätten der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen. Aber noch immer leben z.B. 1.300 Flüchtlinge in den Hangars von Tempelhof. Die meisten von ihnen warten bereits seit acht Monaten auf eine neue, bessere Unterkunft. Laut und ohne Privatsphäre ist das Leben in den ehemaligen Flugzeughallen noch immer. Der noch im Amt befindliche Senat gab das Ziel heraus, dass im Jahre 2017 keine Flüchtlinge mehr in den Hangars schlafen sollen.

In Berlin gibt es gegenwärtig ca. 44.000 Plätze in Notunterkünften, provisorischen Unterkünften und Gemeinschaftsunterkünften. Die Zahl der Unterkünfte hat sich mehr als verdoppelt: von 67 im Jahre 2015 auf 148 heute. Deshalb sollen bei der jetzt laufenden Räumung der Turnhallen auch keine Flüchtlinge mehr in die Hangars zurückkehren, sondern stattdessen in den neu geplanten „Tempohomes“ aus Containern untergebracht werden. Durch die in Betrieb genommene Unterkunft in der Zossener Straße konnten alle Turnhallen im Bezirk wieder leergezogen werden.

Statt sich über die neuen notwendigen Unterkünfte zu streiten, stehen wir jetzt vor der Aufgabe, gemeinsam mit dem Stadtteilzentrum in Biesdorf, dem angrenzenden Theater am Park und weiteren Trägern sowie Einrichtungen den „Nachbarschaftsdialog“ in Gang zu setzen, um eine Willkommenskultur zu ringen und beste Integrationsmöglichkeiten für unsere neuen Nachbarn zu schaffen.

Klaus-Jürgen Dahler
Bezirksverordneter und stellvertretender BVV-Vorsteher