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29. April 2015 Linksfraktion in der BVV

Was wird von der IGA bleiben?

Frank Beiersdorff, umweltpoli-tischer Sprecher und stellver-tretender Fraktionsvorsitzender

Eine Spur der Naturzerstörung würde sich durch Gartenschauen ziehen, schrieb jemand aus der Bürgerinitiative gegen die IGA. Zu Problemen bei Veranstaltungen in Hamburg und der Havelregion frage man beim BUND nach, dort beschäftigt man sich schon lange mit Gartenschauen.

Gartenschauen blicken auf lange Traditionen zurück und sind kommerzielle, d.h. kapitalistische Großveranstaltungen, die über Steuermittel finanziert werden. Doch sie müssen sich öffentlicher Debatte stellen und bieten, wenn gut gemacht, die Chance, nachhaltige Entwicklungen zu befördern und wertvolle Beiträge zur Entwicklung der Stadt und des Raumes zu leisten. Sie können auch zur Hebung des Umweltgedankens und zur Bildung für Nachhaltigkeit beitragen. Jede Veranstaltung muss neu beurteilt und die „Macher“ müssen zum Dialog „gezwungen“ werden. „Maschinenstürmerei“ an Bagger, Wuhleteich und Infopavillon ist kein Mittel der politischen Auseinandersetzung im 21. Jahrhundert!

Nach dem Scheitern des Konzeptes auf dem Tempelhofer Feld unterstützte DIE LINKE mit kritischer Begleitung die IGA in Marzahn-Hellersdorf. Auf unsere Initiative gab es eine Begehung unter Einbeziehung des BUND. Ich selbst habe schon im August 2012 die Erarbeitung von Leitlinien für eine nachhaltige IGA 2017 unter Einbeziehung der Positionen von BUND und NABU angeregt. Im Dezember 2012 wurden diese einmütig von der BVV verabschiedet.

Kritische Bürger*innen und aktive Naturschützer*innen bewirkten im Dialog Veränderungen des ursprünglichen Konzeptes. Zum ersten Mal wurde der Naturschutz in Jurysitzungen des Gestaltungswettbewerbes einbezogen. Ausgehend von der IGA 2017 wird ein Zertifzierungssystem für künftige Gartenschauen erarbeitet. In Anlehnung an die Vorhaben im Wuhletal entsteht ein Konzept zur Beweidung von Grünflächen in Berlin. Anlässlich der IGA 2017 entsteht ein Konzept zur Umweltbildung, das über das bisherige Naturerleben weit hinausgehen soll. Von dieser IGA wird also tatsächlich etwas bleiben.

Frank Beiersdorff