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30. Juni 2015 Linksfraktion in der BVV

Mit den Öffentlichen zur IGA?

Frank Beiersdorff, Sprecher für Umweltpolitik und stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Das Verkehrskonzept zur IGA 2017 war schon mehrfach Thema in der Öffentlichkeit. Geht man mal davon aus, dass das mit dem P+R-Projekt mit Pendelbus von der L 33 schon irgendwie funktionieren wird (besser wäre dies gleich an der Autobahnabfahrt und zusätzlich an der B 1/5 zu installieren - aber der Bus ist wohl abgefahren) und auch das Parkraummanagement aus den „Puschen“ kommen möge, bleibt immer noch die Frage nach dem Zugang durch öffentliche Verkehrsmittel.

Bei Veranstaltungen dieser Dimension im städtischen Bereich muss man davon ausgehen, dass 70 – 80 % über den ÖPNV zu leisten sind. Doch das einst hervorragende ÖPNV-System Berlins befindet sich vor dem Kollaps. Über die S-Bahn schimpft jede*r. Ist ja schön einfach, Mehdorn und Co. eigneten sich als Feindbild. Und in der Tat wird das Ostkreuz auch zur IGA noch nicht fertig sein. Zur Anreise aus der Stadt bliebe vor allem die BVG. Das gleiche Problem wie bei der S-Bahn: Die alte Fahrzeugflotte wurde verschrottet, ohne hinreichend Ersatz zu beschaffen. Mitarbeiter*innen wurden mit Handschlag verabschiedet, eine personelle Reserve gibt es nicht mehr. Bei der Straßenbahn wirkt sich der Krankenstand inzwischen so aus, dass z.B. auf den Linien M 6 und 18 zeitweise jede 3. Bahn ausfällt, woraus sich zum Teil ein 30- bis 40-Minuten-Takt ergibt. Und das in einer „Metropole“.

Wir freuen uns aber über „schwarze Zahlen“ der BVG und man feiert „150 Jahre Straßenbahn“! Das Mismanagement der Geschäftsführung, die inkompetente Sparpolitik des Senats und das nur an Symbolik wie einer schönen neuen Seilbahn oder einem umzubenennenden U-Bahnhof interessierte Agieren des CDU-Stadtrates Christian Gräff in unserem Bezirk hat bisher noch niemand so richtig thematisiert. Doch das muss und wird sich ändern.

Frank Beiersdorff,
Sprecher für Umweltpolitik und stellvertretender Fraktionsvorsitzender