Newsletter August 2014 | 6. 8. 2014

Neues aus dem Bezirk

Stolpersteinverlegung in Kaulsdorf

Am heutigen Mittwoch fand die Stolpersteinverlegung für Emilie und Emil Roth in der Hannsdorfer Str. 8 in Kaulsdorf statt. Um die 100 Bürgerinnen und Bürger nahmen am Gedenken teil. Initiatorin der Verlegung war die Kaulsdorferin Barbara Töpfer. Zusammen mit Frau Ifland vom Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf forschte sie zur Geschichte ihrer ihr noch aus der Kindheit bekannten ehemaligen jüdischen Nachbarn. Unterstützt wurde sie dabei von Bernd-Rüdiger Lehmann, Genosse und Mitglied des Vorstandes des DGB-Kreisverbandes Ost. Lehmann hatte auch während der letzten Sitzung der BVV Spenden für die Stolpersteinverlegung gesammelt. Zum Gedenken an die Eheleute Roth hielten neben Lehmann auch Frau Töpfer, Frau Walter vom Frauentreff Hellma und Herr Klee vom Gemeindekirchenrat der evangelischen Gemeinde Kaulsdorf kurze Reden. 

Die Familie Roth lebte seit 1929 in der Bülowstraße 3, der heutigen Hannsdorfer Str. 8. Emil war Diplom-Bauingenieur und Beamter, wurde aber mit dem "Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem Staatsdienst entlassen. Ab 1939 war er Zwangsarbeiter in den Daimler-Benz Werken in Marienfelde und wurde zusammen mit seiner Frau mit dem 14. Osttransport am 2. Juni 1942 vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald nach Lublin deportiert. Ab hier verliert sich ihre Spur. 

Von den 10 Bewohnern, die ab 1939 im Haus der Roths zur Untermiete lebten, konnten sich nur drei vor der Deportation durch die Nazis retten und über Spanien nach Kuba und später dann in die USA auswandern. 

Kunst vor dem Alten Rathaus Marzahn

Anlässlich des 25. Geburtstages der UN-Kinderrechtskonvention veranstaltete die Gesellschaft für politische Bildung und Partizipation (GBP) unter Schirmherrschaft unserer Jugendstadträtin Juliane Witt eine Kunstaktion, bei der Kinder eine Skulptur nach ihrer Vorstellung gestalteten.

Juliane Witt erklärte zur Aktion: "Kinderrechte gehören als Thema in die Mitte der Gesellschaft. Und es ist nötig, diesen Platz auch immer wieder einzufordern. Ich freue mich deshalb sehr, dass dieses Projekt direkt vor dem Rathaus Marzahn startet. Mit einer Skulptur ein Raumsymbol schaffen, welches dann den Ort der Diskussionen markiert, ist eine tolle Idee. Ich bin gespannt, welche interessanten Erfahrungen die Kids im Prozess der Herstellung, aber noch mehr dann in den Gesprächen vor Ort machen werden. Allen Beteiligten wünsche ich viel Freude!"

Alle interessierten Kinder und Jugendlichen waren eingeladen, bei der Gestaltung mitzumachen. Am Freitag, dem 18. Juli wurde die Skulptur - u. a. durch Juliane Witt - der Öffentlichkeit vorgestellt.

Prestigeprojekt Frauensporthalle

Das Freizeitforum Marzahn soll ab Januar kommenden Jahres die erste sog. Frauensporthalle des Bezirks beherbergen. Die Linksfraktion hat sich immer wieder bemüht, konstruktiv bei der Einrichtung einer Frauensporthalle mitzuwirken. Vergebens. Die derzeitige Umsetzung ist ein Prestigeprojekt des Bürgermeisters Komoß (SPD), der sich dafür eine der besten Hallen des Bezirks ausgesucht hat. In eine bereits komplett sanierte Halle werden Mittel zur baulichen Unterhaltung von Schulen und Sportanlagen investiert, die anderswo fehlen.

Eine kleine Anfrage unserer Verordneten und Sprecherin für Gleichstellungs-
politik Sarah Fingarow ergab, dass für den Umbau knapp 275.000 Euro aus besagten Mitteln veranschlagt worden sind. Die Kosten sind jedoch keineswegs fix und Komoß' Aussagen dazu variieren des Öfteren. Im Lenkungsgremium des Projekts sagte er beispielsweise, dass auch die Gewerberäume des ehemaligen Restaurants für den Fitnessbereich genutzt und für ca. 1,4 Millionen Euro umgebaut werden sollen.

Weitere Informationen zum Thema in der Presseerklärung von Sarah Fingarow in diesem Newsletter und auf unserer Kampagnen-Seite unserer Webseite.

NOlympia Berlin

Der Berliner Senat will sich für die Olympischen Spiele bewerben. Ob die Berlinerinnen und Berliner die Spiele 2024 oder 2028 überhaupt wollen, interessiert den Senat nicht. In einer Online-Befragung des Senats zu den Spielen geht es nur um das Wie der Bewerbung und der Spiele aber nicht um das Ob.

Dr. Gabriele Hiller, unsere Abgeordnete im Berliner Abgeordnetenhaus aus Hellersdorf und Sprecherin für Sport und Medien sagt: "Die Online-Befragung des Senats zu einer Olympiabewerbung Berlins ist eine Farce. Die neun Fragen sind suggestiv, ja geradezu manipulativ - nach dem Muster: »Finden Sie nicht auch, dass uns schönes Wetter gut tut?« Vor der einfachen Frage, ob man eine Bewerbung Berlins richtig oder falsch findet, drückt sich der Senat." Die komplette Presseerklärung zur Befragung kann hier und die Position der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus zum Thema Olympia in Berlin kann hier nachgelesen werden.

Polis*-Jahresbericht veröffentlicht

Polis* - die bezirkliche Koordinierungsstelle für Demokratieentwicklung am Ort der Vielfalt Marzahn-Hellersdorf - hat ihren Jahresbericht für 2013 vorgelegt. Der Bericht listet alle rechtsextremen, rassistischen und antisemitischen Vorfälle im Bezirk statistisch auf, wertet sie aus und versucht Maßnahmen zur Demokratieentwicklung aufzuzeigen. Hier steht er als Download zur Verfügung.

Presseecho

6. 8. 2014 LichtenbergMarzahnPlus.de: Die unendliche Geschichte

31. 7. 2014 Berliner Woche: Ausstellung über die Wende

28. 7. 2014 LichtenbergMarzahnPlus.de: "Jeder verdient eine zweite Chance"

25. 7. 2014 Berliner Woche: Linke fordert Aufklärung. Frauensporthalle: Bürgermeister soll Konzept und Kostenplan vorlegen.

25. 7. 2014 Berliner Woche: Bibliotheken als Kunstgalerien

23. 7. 2014 Berliner Kurier: Nur Prestigeprojekt

21. 7. 2014 BerlinOnline: Kritik: Frauen-Sporthalle in Marzahn

17. 7. 2014 Berliner Woche: Frühere Schulen wieder nutzen?

17. 7. 2014 LichtenbergMarzahnPlus.de: Mit Murmeln durch Farben

15. 7. 2014 LichtenbergMarzahnPlus.de: Mittel für Prestigeprojekt?

11. 7. 2014 Berliner Woche: Hohe Auflagen. Das Bezirksamt soll das Aufstellen von Glascontainern einschränken

14. 7. 2014 LichtenbergMarzahnPlus.de: Ab Januar wird trainiert

4. 7. 2014 Berliner Woche: Personalnot in der Verwaltung. Bürgermeister soll den Senat zum Aufheben des Einstellungsstopps bewegen

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